Camping Slowenien - 24.7.-1.8. 2004
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Von: Edgar
Datum: 2.8. 2004 12:43:00
Campen, nix für Weicheier...
(also quasi für uns...)
oder: Slowenien ist immer eine Reise wert.
Hi Leute,
hier der Bericht von der MFU-Urlaubstour 24.7.-1.8.
Am Freitag beginne ich das Packen. Unglaublich was man alles mitnehmen muß wenn man eigentlich nur im Schalfsack nächtigen will! Die 2 Seitenkoffer sind berstend voll, das Topcase zur Hälfte gefüllt. Unglaublich. Und dann noch Zelt und Sessel mit Isomatte zu einer Wurst gerollt und auf dem Soziussitz verschnallt. Dr. Baumann hat das benötigte Ersatzteil für den VStrom-Tacho noch nicht bekommen, also geht's wieder uninformiert auf Tour. Die Kupplungslüssigkeit hat sich inzwischen wieder schwarz verfärbt und wird auch irgendwie immer weniger. Dr. Baumann rät mir das ganze mal zu beobachten. Na gut.
Am Samstag Morgen beobachte ich eine Ölpfütze unter dem Mopped. Also Flüssigkeit aufgewischt, aufgefüllt. Bremsflüssigkeit wird mit auf Tour genommen. Ob die wohl reicht? Treffpunkt 0930 McD Ulm. Andrea ist auch schon da und frühstückt bereits.
Um 1000 geht's los. Ab Kempten leichter Nieselregen. Ab Grenztunnel stärkerer Regen. Fernpaß, Brenner, alles schön im Regen. Ab Brixen Richtung Toblach sehr starker Regen. Wir beschließen eine Unterkunft zu suchen und am nächsten Tag im Trockenen weiterzufahren... Der Gasthof hat einen großen Nachteil - am Abend darf eine 2Mann- Kapelle ihre Sangeskunst darbieten. Der Hauswein überdeckt die gröbsten Mißgeschicke. Die Einheimischen scheinen den gleichen Trick anzuwenden - innerhalb kürzester Zeit ist ein komplettes Dorf blau. Inklusive Striptisierung auf Stühlen und Tischen.
So. 25.7.
Bis um 0800 hat's noch geschüttet was ging. Dann zu Frühstückszeit hat der Regen aufgehört, die Straßen fangen das Trocknen an. Gut so. Von den Klamotten ist natürlich nichts trocken geworden über Nacht, so wird ein ausgeklügelter Plan ausgeheckt wie die Klamotten auf der Fahrt am effektivesten getrocknet werden können. Weiter bis Innichen - jetzt fängt der Motorrad-Urlaub an. Kreuzberg-Paß, Sappada, Plökenpaß, Naßfeldpaß. In Anbetracht der sich verziehenden Wolken und der Jahreszeit beschließen wir nach Slowenien zu fahren und Kroatien ob der Hitze zu meiden. Also geht's über Sella Neva und Passo Predil nach Slowenien. Durchs Soca-Tal zum Vrsik-Paß - genial! ("49 Kehren! 25 mit Kopfsteinpflaster! _Den_ Paß streich ich aus meiner Landkarte!" - "???")
Kranjska Gora, Bled. Der Campingplatz ist überfüllt ("Sehen Sie sich um und wenn Sie ein Plätzchen gefunden haben kommen Sie wieder". Plätzchen hätten wir schon gefunden - allerdings nur direkt vor den Eingängen von Wohnmobilen und Wohnwägen.)
Wir beschließen weiter nach Bohinjska Bistrica zu fahren. Kurz nach Bled ist ein nicht sichtbares großes Schlagloch in der Fahrbahn. Quasi direkt in der Ideallinie. Fällt allerdings nur auf wenn man _sehr_ schnell unterwegs ist. Die 2 Einheimischen vor mir scheinen das zu kennen denn sie fahren an dieser Stelle eine sehr komische Linie. Mir hat's den Rücken so dermaßen gestaucht...
In Bohinjska gibt es noch Platz für uns und wir bauen unsere Zelte auf. So nach 20 Minuten haben wir das mit den Stangen und Stäben verstanden und das erste Zelt steht. Es ist fürchterlich heiß und ich schwitze wie Tier. Mein Zelt hat die letzten 10 Jahre nicht so gut überstanden. Das Innenzelt macht doch einen recht vergammelten Eindruck. Aber die Fische sind vollzählig und der Boden nimmt sie mehr oder weniger willig auf. Ich schwitze immer mehr. Nach getaner Arbeit ziehe ich mich um. Raus aus den Motorrad-Klamotten und kurze Hose und T-Shirt. Klasse, Depp, das hättest du auch vorher machen können!
Auf dem Campingplatz gibt es keinen Supermarkt und der im Dorf hat bereits zu. Freundliche Nachbarn lassen uns ihre Paela-Reste zukommen. Ein Schlummertrunk gibt's noch im Campingplatz-Restaurant. Dann in die Heia, Isomatte plus Luftmatratze machen einen vernünftigen Eindruck. Nur der Weg zu den sanitären Einrichtungen ist etwas weit. Und nachts aus dem Tiefschlaf raus und dorthin dackeln ist nicht lustig.
Mo. 26.7.
Ich habe es überlebt! Die erste Nacht ist rum. Wir probieren Tanjas supergeniales Kochgeschirr aus und stärken uns bei selbstgemachten Instant-Kaffee und frischen Semmeln. Es ist warm. Eigentlich heiß. Wir beschließen eine Karawanken-Tour zu machen. Zuerst geht es durch den "Triglav Narodny Park" auf dicken gelben Straßen (laut Landkarte) Richtung Ljubliana. Diese gelbe Straße entpuppt sich als 16km Schotter. Aber kühl ist es wenigstens. Dann nach Trsic zum Loibl-Paß. Auf der österreichischen Seite dann einen kurzen Abstecher ins Bären-Tal. Es soll dort richtige wilde Bären geben. Aber gesehen haben wir keine. Vermutlich weil irgendwann die Straße zu Ende war und wir nicht unbedingt wandern wollten, bei der Hitze. Dann noch ein kurzer Abstecher zum Faaker See. Über den Wurzenpaß zurück nach Slowenien und noch die Sprungschanzen von Planica besichtigt. Über Bled zurück nach Bohinjska. Das Schlagloch habe ich nicht mehr gefunden. Im Dorfsupermarkt noch Abendessen eingekauft, Nudeln mit Tomatensauce. Zurück am Zelt konnten wir gerade noch kochen und fertig essen als der Regen losging. Also ab ins Zelt und früh schlafen gehen. Und nachts aus dem Tiefschlaf raus und im heftigsten Regen dorthin dackeln ist überhaupt nicht lustig.
Di. 27.7.
Auch diese Nacht ist überstanden! Der Regen hat aufgehört, es gibt schon blaue Flecken am Himmel. Andreas Zelt ist nicht dicht. Sie mußte wohl die ganze Nacht schöpfen. Gegen Mittag hat sich das Wetter endgültigt zum Guten gewendet, die Straßen sind trocken und wir fahren nach Tolmin zum Einkaufen. Das kleine gelbe Sträßchen ist komischerweise komplett asphaltiert und so gondeln wir durch die Hitze. Am Abend gibt's Cevapcici mit Djuvec-Reis, frittiert und gekocht mit Tanjas supergenialem Kochgeschirr, sehr zu empfehlen! Nach dem Essen wendet sich Andrea dem Marillen-Schnaps zu. Dieter wird noch angewiesen was er alles mitbringen soll: ein Zelt und Imprägnierspray.
Mi. 28.7.
Und wieder eine Nacht überstanden. Allerdings war es bitter kalt. Dieter ist um 1000 bereits am Oberjoch und nimmt Kurs auf Slowenien. Andrea möchte noch eine Weile tot sein und so mache ich mich auf den Weg. Bei der Hitze mache ich nur Site-seeing in Ljubliana. Um 1400 ruft Dieter vom Vrsic-Paß aus an und wir treffen uns dann auf dem Campingplatz. Er erzählt irgendwas von einem Schlagloch. Gegessen wird im Restaurant, Andrea mag nix.
Dieter freut sich auf seine erste Nacht im Zelt. Es ist wieder bitter kalt, Andrea friert die ganze Nacht.
Do. 29.7.
Ich lebe noch! Nach dem Aufstehen erstmal ein Platz in der Sonne suchen, die Hände am Kaffee wärmen. Dann ist man warm und sucht sofort Schatten. Wir beschließen Slowenien weiter südlich zu erkunden. Rein in die Motorrad-Klamotten und schwitzen ist eins. Zuerst geht's wieder auf dem gelben Sträßchen nach Most na Soci. Dann auf genialsten Straßen nach Idrija. Ein Anruf von Andrea: "Ich bin angehalten worden und die wollen meine Deauville beschlagnahmen!" Immer diese unverantwortlichen Raser! Aber die Geschichte von dem "slow driver" wird geglaubt und sie kommt mit einer Verwarnung davon. Nach Idrija geht's dann wieder in die Pampa rein. Das Sträßchen endet und geht in Schotter über. Andrea testet ihr neu angebrachtes Flügelchen und befindet es für gut. So kommen wir nach Most na Soci zurück und fahren in den Supermarkt von Tolmin, Cevapcici fassen und Badelatschen für Dieter. In Tolmin versucht ein Einheimischer mich zu töten was ihm aber nicht gelingt.
Abends dann wieder essesn, Tanjas supergeniales Kochgeschirr ist immer noch supergenial. Der Wein auch. Mehr oder minder.
Fr. 30.7.
Ich lebe immer noch. Ich zähle die Tage bis zur Abfahrt. Wir beschließen den Freitag zu nutzen und fahren nach Kobarid ins Museum 14-18. Es ist heiß. Es ist sehr heiß. Weiter nach Bovec und über den Vrsic-Paß nach K. Gora. In Moijstrana versuchen wir ein gelbes Sträßchen das nach Bled führen soll. 22km. Nach ca. 500m fängt der Schotter an. Wir beschließen zurück zu fahren und die Autobahn zu nehmen. Das Schlagloch ist wieder da.
Sa. 31.7.
Rückfahrt! Hurra! Wieder richtige Betten, Zivilisation. Es gibt allerdings ein Problem. Alles muß wieder abgebaut und verstaut werden! Nach 3 Stunden ist das erledigt. Komischerweise ist jetzt auch das Topcase komplett beladen und geht kaum noch zu. Zurück geht's über K. Gora, Tarvisio, Sella Neva, Tolmezzo.
Es ist heiß. Unerträglich heiß. Wir machen Pause in einem Café und trinken Unmengen Wasser. Wir schwitzen. Wir sitzen unter einer Markise und schwitzen. Beim Bezahlen in der voll- klimatisierten Gaststube entdecken wir erneut unsere Blödheit. Dann geht's weiter. Wir beschließen im Genzianella in Irgendwas di Cadore zu nächtigen. Wir sitzen im Freien in der Sonne und warten aufs Essen. Die Dusche war komplett für d'Katz.
So. 1.8.
Die erste Nacht wieder in einem richtigen Bett! Herrlich! Das Frühstück ist typisch italienisch. Nicht so wie beim letzten mal mit Wurst und Käse. Ich bin sauer.
Es ist heiß. Es ist Verkehr. Es ist sehr heiß und unglaublich viel Verkehr. Die gesamte Strecke von Innichen nach Brixen ist fast eine einzige Blechkolonne. Und auf der Gegenfahrbahn auch. Und die Anführer dieser Kolonnen schauen sich in seeliger Ruhe in ihren vollklimatisierten Dosen die Berge an. Und da sie ja nix verpassen wollen bei ca. 40km/h. Unglaublich!
Der Rest ist dann wenig spektakulär. Brenner, Fernpaß mit Schnitzel. Wir sitzen unter einem deutlich zu kleinen und völlig krank platzierten Sonnenschirm. Es ist heiß. Drinnen wäre es natürlich angenehm kühl, aber das kennen wir ja bereits.
Fazit
Slowenien - Immer wieder gerne. Naja, nicht gerade im Sommer. Aber nächstes Frühjahr bestimmt! Oder Herbst...
Gruß Edgar
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