TrenTour & Sardinien 2009
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Von Andy, 05.05.2009, 22:54
3 Punkte und 100 Euro oder der Bericht zur Trentour 2009 (Bilder)
Hallole,
kurz vor meiner Abreise in Vattaro wurde mir aufgetragen, schon mal einen Bericht für die Trentour zu schreiben. Weil ich immer tue was man mir sagt, schreibe ich jetzt mal seit längerer Zeit wieder einen Bericht.
Anreise 21.5.09
Treffpunkt war die Tanke an der Raststätte Illertal.
Andrea, Dieter, Edgar, Renè, Hebbe Roland und Andy trafen sich dort um gemeinsam nach Vattaro zu fahren.
Auf dem Weg zum Oberjoch musste ich feststellen, dass es auf der BAB ziemlich unkultiviert zugeht je mehr Motorradfahrer unterwegs sind.Autobahn macht mir macht mir keinen Spaß und so schon gar nicht. Von der Autobahnausfahrt bis zum Oberjoch ging es dann im Formationsflug weiter. Andrea, Roland, Andy und Hebbe in einer Reihe und mit etwas zügigerem Tempo. Kurz vor dem Oberjoch springt dann ein grün gewandetes Männlein auf die Strasse und fuchtelt wild mit den Armen. Andrea, Roland und ich werden heraus gewunken. Hebbe konnte sich noch taktisch klug hinter einem Auto verstecken und weiterfahren. Der Mann im grünen Gewand sagte er wolle unsere Führerscheine und Fahrzeugpapiere sehen. Er teilte uns mit, dass einer von uns mit der Laserpistole abgeschossen wurde und 135 km/h schnell gewesen sein soll. Na ja, für eine Landstrasse schon ein wenig arg zügig. Er hatte schon Rolands Papiere in der Hand als er uns mitteilte, dass er nur einem von uns, weil es eine Lasermessung war, die 100€ Strafe und 3 Punkte aufbrummen kann. Andrea und ich haben die Papiere weggepackt und sind ganz artig weitergefahren, nachdem der Polizist meine neue Auspuffanlage und ihren Klang bewundert hatte.
Am Parkplatz am Oberjoch klagte dann Roland zum ersten Mal allen sein Leid über die himmelschreiende Ungerechtigkeit die ihm widerfahren war.
Durch das Namloser Tal lief die Tour dann weiter zum Fernpass wo wir uns noch einmal zum Tanken trafen. Von da an ging es etwas konfus weiter. Die nächste Haltestelle wäre nach der Brennerautobahn der Ziggler gewesen. Wie ich dort ankam stellte ich verwundert fest, dass ich nicht der Letzte war. Andrea ist an der Ausfahrt Brenner vorbeigerauscht und gleich nach Vattaro weitergefahren. Hebbe und Roland sind da noch oben am Brenner gestanden und haben auf uns Anderen gewartet.
Nach zwei Cappuccinos und einer Schinkenkäsesemmel sind dann auch Hebbe und Roland eingelaufen. Rolands Laune wurde nicht besser als er erfuhr, dass wir sofort weiterfahren und sein leerer Magen weiterhin leer bleiben würde.
Nach einigen schönen Strassen um Bozen herum passierte es dann. Zwischen Kastelruth und Bozen hörte ich dann das unverkennbare Geräusch das keiner von uns hören will.
Ein Motorrad das auf dem Boden aufschlägt und dann weiterschlittert. Um die nächste Kurve herum sehe ich noch Hebbe wie er wieder aufspringt und sich von der Fahrbahn in Sicherheit bringt. Seine Bandit ist unter ein altes Golf Cabrio gerutscht welches auch prompt über das Moped rumpelt. Hebbe ist Gott sei Dank nichts passiert. Das Auto ist anscheinend nicht mehr fahrtüchtig. Der Golffahrer ist offensichtlich zu dämlich um ein Handy zu bedienen und fragt mich äll Hennafurz ob ich die Pollente gerufen hätte. Was er erst sein lässt als ich ihm in einem ziemlich ekelhaften Ton klar mache, dass ich es getan habe.
Als die Carabiner kamen und Hebbe die Bestätigung hatte, dass sein Moped abgeholt wird bin ich dann alleine durch das Eggental und das Val di Cembra nach Vattaro weitergefahren. Wenn ihr es auch nicht glaubt, ich habe mich NICHT verfahren! Vor dem Abendessen schon hatte dann Roland anscheinend jeden der es wissen wollte oder nicht, über die Gemeinheit mit den 100€ und den 3 Punkten aufgeklärt. Nach dem Abendessen ist auch Hebbe eingelaufen, der außer ein paar Schürfwunden keine Blessuren davongetragen hatte.
22.05.09
Die Nacht musste anscheinend für Dieter, Edgar und René etwas länger gedauert haben. Die drei waren morgens anscheinend noch etwas müde und nicht fahrtüchtig. Andrea ist mit Doris nach Trento zum Shoppen gegangen. Also habe ich mich Micha, Sandy, Toby und den Anderen angeschlossen. Ein Teil der Strecke war die allseits beliebte SS 46. Kurz nach einem Cappuccinostop hat dann Sönke bei einem Sturz, auf einem DurchDenWaldHolperSträsschen, den Seitendeckel seines Motors geöffnet. An Weiterfahren war natürlich nicht zu denken. In der nächsten Ortschaft ist dann auch sofort der ADAC eingetroffen. Nur war der dummerweise wie wir im Urlaub. Also haben alle brav auf den lokalen Abschlepper gewartet. Der hat sich dann aber ganz schön Zeit gelassen. Deshalb ist der Rest der Meute zum Cappuccinopass aufgebrochen. In der Applauskurve bei einem Kaffee war dann ein italienischer Kawapilot bei einem Überschlagstund zu beobachten. Als der arme Kerl wieder heruntergeeiert kann sah er dann schon etwas zerrupft aus.
Aber er und sein Moped schienen noch einigermaßen fahrbereit zu sein.
Wieder in Vattaro angekommen war dann da schon Roland und hat jedem den es interessiert hat oder nicht, von seinen 3 Punkten und den 100€ Strafe erzählt.
23.05.09
Ri...Ra... Ritten!!! Nach drei Jahren Pause mal wieder den Ritten hochbrummen. Das wollten Andrea, Dieter, Edgar, Renè, Uwe, Volker (IZBandit) und ich. Die Anfahrt ging über das Eggental was leider für Renè zum Verhängnis wurde.
Als er Andrea überholen wollte brach das Hinterrad der Duc auf einem Ölfleck aus. Das Moped kam quer und war nicht mehr zu bändigen. Ich habe nur ein Aufbrüllen des Zweizylinders gehört und schon sind Renè und seine Duc ca.
50 Meter weit über die Strasse gerutscht. Mir ist das Herz in die Stiefel gerutscht bei diesem Anblick. Ihr glaubt nicht wie erleichtert ich war, als Renè aufgestanden ist und sich in Sicherheit gebracht hat.
Die Handschuhe und das Hinterteil seiner Hose sind durchgeschliffen und darunter kommen Schürfwunden und Verbrennungen zum Vorschein. Nachdem Renè noch selbst den Abtransport seiner Duc organisiert hat, meint er es wäre jetzt doch besser einen Krankenwagen für ihn zu rufen. Andrea hat wollte dies gerade tun, als wir einen zufällig vorbeifahrenden Krankenwagen einfach angehalten haben. Es war ein Krankentransport mit einem Patienten auf der Ladefläche. Die beiden Sanitäter machen sich sofort daran die Klamotten von Renè in kleine Stückchen zu zerlegen. Auch mit dem Träger der Schildkröte wird kurzer Prozess gemacht. Als nächstes haben sie ihm dann einen neuen ziemlich unmodischen aber etwas steifen Kragen verpasst und auf ein Luftkissen gebettet. Renè protestiert zwar ständig er könne selber laufen, aber das interessiert die Sanis überhaupt nicht.
Edgar folgt dem Krankenwagen nach Bozen während wir noch auf den Abschleppwagen für die Ducati warten. Sobald das Moped verstaut war sind wir auch in Richtung Krankenhaus aufgebrochen. Dort teilte Edgar uns mit, dass René noch untersucht würde aber offensichtlich nichts Schlimmes sei.
Also dann noch mal!!! Ri... Ra... Ritten und oben dann ein Eis essen. Allerdings ist das Cafe mit dem guten Eis geschlossen. Also den Ritten auf der anderen Seite wieder runter zu Imbissbude. Die Strasse ist schmutzig und schlecht. So wie beim letzten Mal. Bin froh wie ich unten angekommen bin und mir eine Currywurst reinziehen kann.
Der Rückweg nach Vattaro geht über ein Zwergpässchen mit schlechter Strasse. Auf dem dann Andrea, Volker und ich verweigern. Dieter und Uwe fahren alleine weiter und wir müssen notgedrungen dann doch die gleiche Strecke fahren, wenn wir nicht das meiste des Weges wieder zurück wollen. Bei einer Kaffeepause die wir kurz nach dem Val di Cembra machen treffen wir noch Edgar der mit uns nach Vattaro fährt.
Abends dann beim Absackerweizen erzählt Roland dem Edgar und mir wieder von der Schweinerei mit den 100 € und den 3 Punkten. Edgar erkärte ihm, dass es ihn wirklich nicht mehr interessiere. Aber ich glaube das ist bei Roland nicht so richtig angekommen. In diesem Moment beschließe ich alleine nach hause zu fahren und nicht gemeinsam mit Roland. Ich kenne ja diese Story auch zu genüge. Renè war schon vor dem Abendessen ins Hotel zurückgekehrt.
24.05.09
Bin alleine nach hause gefahren und habe mich NICHT verfahren!
Ohne die Unfälle wäre es wieder ein tolles langes Wochenende gewesen. Gott sei Dank ist alles noch glimpflich abgelaufen. Außer für Roland !!!
Gruß Andy
Von Edgar, 01.06.2009, 19:24
Tour de Engel (Bilder)
Hi Leute,
> soweit ich weiß nur ne Panne, näheres erfahren wir ja sicher
> heute abend.
Gerade wieder zurück gekommen. Schee war's!
Auf dieser Tour war einiges los: Gefallene Engel, Gelbe Engel und Engelanwärter (ich!).
Andy hat ja schon die TrenTour erzählt, deshalb noch ein Nachtrag: Am Sonntag ist Walther (Asphaltschoner) noch mit Old Bill gefahren, als er plötzlich meinte, ein schönes Foto-Motiv gefunden zu haben. An sich ja nichts schlechtes, nur die Vehemenz der Bremsung hat Old Bill etwas überrascht, worauf er, einer Bowlingkugel gleich, alles niedermähte. Soviel ich weiß nur Blechschäden. Aber eine TrenTour ist keine ohne Walthers Einlagen...
Sardegna 09, Sonntag, Anreise.
Die Fähre geht abends um 2100 von Livorno aus, wir haben also Zeit. Wir sind Andrea, Dieter und ich. Erstmal Autobahn bis Modena, dann SS12 über Abetone nach Lucca. In Maranello fahren wir diesmal etwas anders und sehen die alten Werkshallen, nicht den neuen Palast wie sonst immer. Nett. An einer Tankstelle kurz vor Pavullo Disput mit 2 Tankwärterinnen:
"Ich hätte gerne Öl"
"Für das Motorrad?"
"Ja"
"Haben wir nicht!"
"Haben Sie Öl für ein Auto?"
"Ja"
"Das hätte ich gerne..."
"Für's Motorrad?"
"Ja"
"Haben wir nicht..."
"Ich will's aber!"
"Na gut..."
Dann geht's den Abetone hoch. 2 Seitenkoffer und ein Topcase, alles prall gefüllt, noch diskussionswürdige Reifen, machen die Fuhre irgendwie instabil. In jeder Kurve 2x korrigieren. Ich schiebe es auf die Hitze und resigniere. Alles langsam hochkullern. Die Straße könnte nach ihrem visuellen Eindruck dreckig sein. Das könnte auch das unglaubliche 'rumgeeiere in den Kurven erklären. Aber alle anderen haben das Problem nicht... Also mit den einheimischen Kiddies Rennerles gefahren. Gut, Andrea kommt auch nicht an denen vorbei, da bin ich beruhigt. Abetone 'runter, genau das gleiche, nur viel schlimmer. Ich laß mir allerdings von den deutschen Touries nicht das Tempo aufdrücken und überhole sie alle souverän. Naja, bis zur nächsten Kehre. Mein Hinterrad macht komische Sachen und will mich überholen. Also dann halt auf der Geraden mehr Gas...
An der Eisdiele vor Lucca den Hinterreifen inspiziert: Ziemlich platt. Geschätzte 0,8 Bar noch drin. Puh, denke ich mir, dann liegt's doch nicht am Fahrer...
In Lucca erfolglos eine _offene_ Tankstelle mit Reifenluftfüllgerät gesucht - alle zu. Also auf die Autobahn zur nächsten Raststätte. Nach 20km, kurz vor Pisa (ca. 20km vor Livorno) kommt eine. Der hintere Reifen ist zum 2. mal vulkanisiert. Frohen Mutes den Luftfüllstutzen auf das Ventil geklemmt und den Füllvorgang gestartet. Ein ekelhaftes Geräusch ist bemerkbar. Leck gesucht und gefunden: Der Gummifuß des Ventils ist undicht bzw. porös und löst sich gerade auf. Mist. Also die Gelben Engel gerufen. Andrea und Dieter fahren weiter zur Fähre und ich warte auf den Abschlepper. Der kommt dann auch ca. 2 Stunden später. Ab geht's nach Lucca (zuvor muß allerdings noch die VStrom, die brav auf dem Abschlepper steht, ihre Maut bezahlen...). Der Abschlepper sagt mir, am nächsten Morgen um 1130 sei alles repariert. Ich freue mich, frage nach einem Hotel und mache mich, zu Fuß, bei gefühlten 50° und 120% Luftfeuchte auf den Weg zu ebendem. Bei der Nennung des Preises für eine Nächtigung verschlägt es mir den Atem, ich muß kräftig schlucken, will aber keinen Meter mehr gehen, und nehme das Zimmer. Immerhin mit Klimaanlage!
Montag, 2. Anreisetag
Andrea und Dieter, und per Hänger Micha, Floh, Sandy und Öhla, Bobby mit eigenem Auto und Hänger sind die Nacht über nach Sardinien geschippert und am Morgen dann nach Arbatax gefahren. Völlig ereignislos und langweilig...
Bei meinem Hotel war kein Frühstück enthalten (!), so machte ich mich um 0900 auf den Weg zum Abschlepper. Dort war mein Mopped schon in Bearbeitung und der Reifen wurde, nach Austausch des defekten Ventiles, gerade eingebaut. Vom Abschlepper. Höchstpersönlich. Der Sack!
Noch ein Cappuchino im Café um die Ecke, dann war alles fertig, 40€.
Auf nach Livorno. Ticket besorgen. Vielleicht geht ja eine Fähre früher und ich kann heute schon auf Sardinien sein. Leider nein, heute Abend 2100. Quasi wie gehabt, nur ein Tag später, 58€. Es ist 1130. Es ist heiß. Ich muß viel Zeit vernichten bis 2100. Also auf nach Süden, der Küste entlang, ein kleines Fischerdörfchen suchen, wo man den Nachmittag verbringen kann. Nach 500m macht's einen gewaltigen Donnerschlag. Ich schaue den Harley-Fahrer, der rechts vor mir fährt, vorwurfsvoll an. Dann sehe ich, daß alle meine Lichter im Cockpit rot leuchten und bemerke daß der Motor aus ist. Also Anlasser betätigt, nur widerwillig springt der Motor an und geht sofort wieder aus wenn ich kein Vollgas gebe. Super, denke ich, jetzt wo ich gerade das Ticket gekauft habe! Also rechts raus auf einen Parkplatz und fange das Sinnieren an: es könnte ja diese "Heiliges Wasser"-Geschichte sein. Ich habe allerdings kein heiliges Wasser. Ich habe überhaupt kein Wasser. Ich werde verdursten. Aber es könnte ja der vermaledeite Ansaugstutzen sein. Wie schon einmal, der damals, mit Svens Mithilfe, erfolgreich wieder befestigt werden konnte. Aber Sven ist nicht da. Also selbst das Boardwerkzeug ausgepackt, Verkleidung abgeschraubt, Tank hochgestellt. Und siehe da: die Gummitülle des Ansaugstutzens hat sich gelöst und wurde bei der letzten Fehlzündung komplett abgesprengt. Also vorsichtig 'reingegriffen, die Tülle gepackt, und vorsichtig wieder auf das Ansaugrohr geschoben. Das heiß ist. Sehr heiß... Um die Gummitülle ist eine Schlauchschelle, die dann maximal fest angezogen werden muss...
Alles wieder zusammengebaut, Werkzeug verstaut, Motor gestartet - wie ein Kätzchen. Ich bin stolz auf mich. Ach, nebenbei, alle Arbeiten wurden in der prallen Sonne ohne Schatten durchgeführt... Wie ich so meinen Schatten auf dem Boden sehe, versuche ich heraus zu finden, ob mir schon Flügel wachsen...
Weiter geht's. Nach 2,3km genau das gleiche Spiel. Peng. Aus. Aber jetzt geht alles routinierter: Ich halte erst bei einer Tankstelle an, ich trinke zuerst _viel_ Wasser bis ich und der Motor kalt sind, alles ab- und aufschrauben geht auch schon viel schneller. Die Schlauchschelle kann man noch eine halbe Umdrehung fester zu drehen. Perfekt! Hat auch ab da die ganze Zeit gehalten. Ich bin der Meister der heiligen Lufthutze!
Irgenwie ist dann die Zeit ganz langsam vergangen, um 1900 durfte ich auf die Fähre und konnte das LKW-Verlade-Spektakel vom Heck aus betrachten. Und eine Bar gab's da. Mit Bier. Kaltem Bier. Gutem Bier.
Dienstag, 3. Anreisetag
Morgens um 0700 Ankunft bei Olbia. Auf schnellstem Wege nach Arbatax. Heiß war's. Andrea und Dieter haben einen faulen Tag gemacht und konnten mich so in die Wohnung lotsen und lassen. Ich war auch angekommen.
Mittwoch bis Montag
Genial! Genial! Genial!
Öhla wird noch einen ausführlichen Bericht von der Insel verfassen.
Gruß Edgar
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