Oktobär 09 der Tourbericht
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Von Detlev, 23.10.2009 06:57
Als neuer Tourenteilnehmer wurde mir die Ehre (oder Pflicht ? ;-) zu teil den Bericht zum Oktobär 2009 zu schreiben. Den liefere ich nun hiermit: (Bilder)
26.9. Oktobär Start
Treffpunkt für die Ulmer Abordnung bestehend aus Andrea, Dieter, Edgar, Sven und Deddi war wie von Edgar geplant MCDEH, das bekannte Restaurant in Ehingen, um 9 Uhr. Von dort aus ging es erst mal zügig zum und durch den Schwarzwald und rüber auf die Vogesen. Wegen der schönen Strecke dann noch über den Grand Ballon nach Norden zum Col de la Schlucht, bei dem zu unserer Enttäuschung keine Schlucht zu sehen war.
Nachdem wir bei der Weiterfahrt über den Col du Ballon dann die Ballons hinter uns gelassen haben stellte sich langsam die Frage ein, wie weit wir fahren wollen, ob das geplante Etappenziel Pontarlier zu erreichen ist und wo wohl ein guter Treffpunkt mit der "nicht Ulmer" Fraktion ist, die die Motorräder per Anhänger in die Schweiz gebracht hatte um dann zu uns zu stoßen. Auch mehrfaches Diskutieren dieser Fragen brachte keine Klarheit bis dann Andrea am Abend bei Ronchamp ca. 20 km westlich von Belfort entschied, dass sie nicht mehr weiterfahren will und wir ein Hotel in der Nähe suchen. Das nächste Schild führte uns über kleine Sträßchen zu einem idyllisch gelegenen Hotel, das es nur durch grelle Neonlichter schaffte nicht zu viel Idylle aufkommen zu lassen.
27.9.
Am nächsten Tag ging es zunächst an Besançon vorbei nach Pontarlier, wo die anderen schon auf uns warteten, so dass wir nach einer Pause mit der gesamten Mannschaft losfahren konnten.
Im geplanten Ziel Rumilly machten wir eine kleine Suchfahrt. Edgar schien auf der Suche nach einem passenden Hotel kreuz und quer durch den Ort zu fahren und wir waren plötzlich abgehängt. Als wir anhielten um uns zu beraten sahen wir an der nächsten Kreuzung eine Gruppe Motorräder vorbeiziehen, voran ein blaues Motorrad mit rot behelmten Fahrer. Das muss Edgar sein, also wieder auf die Mopeds und hinterher, nur leider müssen wir an der Ampel warten. Als wir denken wir haben sie wieder verloren kommen sie uns plötzlich entgegen! Schnell gewendet und die Verfolgung aufgenommen. Schließlich erreichen wir die anderen, nur gibt es immer noch kein passendes Hotel. Daher geht die Fahrt jetzt weiter nach Südosten immer auf der Suche nach einer Unterkunft. Erst an der Autobahn A41 hat ein Hotel Zimmer für uns frei, nur ist leider das Restaurant dort zu und es gibt kein Restaurant in der Nähe zu dem man laufen könnte.
So machen sich die einen an die eingepackten Butterbrote mit Rotwein vom Supermarkt und die anderen schwingen sich noch mal auf die Motorräder und suchen nach einer Gelegenheit etwas zu essen zu finden. Fündig wird man schließlich bei einer Mitnahme-Pizzeria die auch Tische und Stühle vor dem Geschäft hat. Das scheinen aber nur wir als Einladung anzusehen auch dort zu essen, wir bleiben also die einzigen Gäste die dort essen und nicht nur den Pizzakarton abholen. Immerhin war es ein neues Erlebnis dort die Pizza auf den Pappdeckeln serviert zu bekommen. Im Dunkeln versuchte ich dann die Pizzaesser wieder zurück zum Hotel zu lotsen, was mir fast ohne Probleme gelang obwohl ich mich dabei auf mein Navi verlassen hatte.
28.9.
Kulinarische konnte es also durchaus noch eine Steigerung geben und die war für den nächsten Tag fest eingeplant mit Lanslebourg als Ziel und dem legendären Käsefondue von dem mir schon lange vorgeschwärmt wurde. Nach verschiedenen Diskussionen wurde Edgars Tourenvorschlag für den Tag etwas abgekürzt. Trotzdem konnten wir noch viele kleine Pässe, die in meiner Karte gar nicht zu finden sind, den Col del la Madeleine, Moûtiers, Bour-St.-Maurice, Val-d'Isère und den Col de L'Iseran als krönenden Abschluss des Tages mitnehmen. Ich habe allerdings noch einen Abstecher zum Lac du Mont Cenis gemacht da es noch nicht ganz spät war. Dann allerdings schnell zurück um ja nicht das Käsefondue zu verpassen, das wirklich genial gut war.
29.9.
Nachdem bei mehreren Teilnehmern der Wunsch bzw. die Notwendigkeit größer wurde auf neuen Reifen weiter zu fahren entschieden wir uns nach einer geeigneten Möglichkeit zu suchen. Allerdings erst nachdem wir den Col de Galibier genommen hatten. Die Nachfrage bei einem (Auto) Reifenhändler ergab den Tipp, dass es in Briancon eine Motorradwerkstatt gab die uns empfohlen wurde. Die fanden wir auch recht schnell nur leider hatte dort gerade die Mittagspause angefangen. Edgar entdeckte noch durch das Fenster, das wohl die gewünschten Reifengrössen in fast greifbarer Nähe waren. Nur mussten wir halt doch die 2 Stunden warten bis die Mittagspause vorbei war. Dem Werkstattmensch, der dann den Auftrag annahm entfuhr erst mal ein großes Stöhnen, dass er jetzt an 3 Motorrädern 4 Reifen wechseln sollte. Zudem hatte er noch einen Termin in der Stadt und einige andere Kunden die auch immer wieder beraten werden wollten (unter anderem den 50er Fahrer der den Tacho und das Reifenprofil nur aus 2 cm Abstand erkennen konnte ;-) . Ein anderer Mechaniker in dieser Werkstatt schien arbeitsverbot zu haben und fasste die Motorräder nicht an bis die Räder wenige Stunden später wieder eingebaut waren. Dann jedoch kam sein Einsatz da er für das Einfahren der Reifen verantwortlich zu sein schien. Die Montagearbeiten wären aber wahrscheinlich auch nicht gut für seine Breitling Armbanduhr. Nach recht langem Warten war es dann also soweit, dass wir uns auf unseren gut eingefahrenen Reifen auf den Weg machen konnten über den Col d'Izoard und den Col de Vars. In weiser Voraussicht hatte Edgar die Tour für diesen Tag so geplant, dass wir trotz langen Wartens auf den Reifenwechsel noch gut das Etappenziel Barcelonette erreichen konnten, wo die "nicht Reifenwechsler" schon ein Hotel gefunden und Zimmer gebucht hatten.
30.9.
Jetzt fuhren wir kurz nach Italien über den Col del Larche und zurück nach Frankreich über den Col de la Lombarde. Einen alten Bunker dort mussten wir unbedingt inspizieren und konnten, da Sven beleuchtungstechnisch optimal ausgestattet war, alle Winkel darin erkunden. Um dorthin zu kommen gab Dieter eine Einlage und zeigte, dass man auch eine GSX-R davon überzeugen kann einen schmalen Schotterweg am Abhang zu fahren und dort sogar zu wenden. Ich glaube Dieters GSX-R weiß schon selber nicht mehr ob sie jetzt ein Sportler, ein Tourer oder vielleicht doch eine Enduro ist. Weiter ging es dann auf "normalen" Strassen über Isola 2000, den Co St. Martin, den Col de Turini, la Cabanet, Sospel und den Col de Castillon nach Monti kurz vor Menton. Nun stellte Andrea fest, dass auch sie einen neuen Reifen schick fänd. Sandy dagegen wollte Bremsbeläge shoppen gehen. Also teilten wir uns auf, Andrea und Dieter nach Menton zum Reifenwechsel in der Rekordzeit von 15 Minuten. Sandy stürzt sich mutig mit Micha in den Feierabendverkehr von Nizza um Bremsbeläge zu besorgen, bekommt aber Hilfe von einem freundlichen französischem Motorradfahrer der den beiden bis zum Händler vorausfährt. Sven und Deddi stürzen sich in die Fluten des Mittelmeers um danach die schöne Salzkruste zu genießen, die sich auf der Haut unter der Motorradkleidung so gut macht. Abends finden sich dann alle wieder im Hotel ein um das Dinner zu sich zu nehmen und mit den einzigen anderen Gästen zu plaudern, dem ehemaligen Polizeipräsidenten von London, der auf seiner BMW mit Frau unterwegs war.
31.9.
Also am 31.9. .... Halt, den gibt es doch gar nicht! Deswegen ging Oktobär weiter im Oktober :
1.10.
Nach dem Frühstück gab Micha eine Demonstration wie an einer Hornet die Bremsbeläge zu wechseln sind. Wir sammelten uns um ihn damit wir diesem Event beiwohnen konnten und sparten nicht mit aufmunternden Kommentaren. OK, ich weiß nicht wie aufmunternd er es fand aber wir anderen haben unsere Freude gehabt ;-) .
Auf der Fahrt durch die sehr warmen und viel befahrenen Strassen der Cote d'Azur gab es noch für Sven eine Einführung über die Farben und Bedeutung einer Ampel durch einen freundlichen in Blau gekleideten Herren, der das erst in Französisch und zur Sicherstellung des Lernerfolges auch noch in Englisch erklärte. Auf eine Bezahlung oder die angedeutete Einbehaltung des KRads zur Erhöhung des Lernerfolges verzichtete er dann aber doch (glücklicherweise). So konnte es zur und um die beeindruckende Verdonschlucht weitergehen, am Lac de Castillon vorbei durch das Verdon Tal und über den Col d'Allos zum Lac de Serre-Poncon. Dort gab es allerdings eine Verwirrung auf welcher Seite der See nun von wem zu umrunden sei und wo man übernachten soll. Nachdem Edgar, gefolgt von Dieter, unbeabsichtigt Richtung Westumrundung fuhr konnte das auch in einem Telefonat nicht komplett geklärt werden, so dass Andrea, Floh und Deddi die Ostumrundung alleine fortsetzten, nicht ahnend, dass Dieter und Edgar zurück kamen um gemeinsam mit uns im Osten um den See zu fahren. Micha hatte inzwischen mit Sandy die Abkürzung genommen und Zimmer im Hotel in Mont-Dauphin-Gare gefunden, so dass sich auch eine Zimmerreservierung am Lac de Serre-Poncon erübrigt hatte.
2.10.
Nachdem ja nun einige Teilnehmer auf dieser Tour schon einen neuen Reifen bekommen hatten wollte auch Sven jetzt ein neues Pneu. Da Briancon auf dem Weg lag wurde wieder die bekannten Werkstatt (siehe 29.9.) angesteuert, bei der die Reifen so gut eingefahren und mit viel Liebe und Zeit montiert werden. Die Fahrt ging in 2 Gruppen über den Montgenevre, den Mont Cenis, den Col de L'iseran, den kleinen St. Bernhard ins Aosta Tal. Eine Erkundung des Bunkers am kleinen St. Bernhard scheiterte daran, dass wir uns nicht sicher waren ob die Schechskantschrauben mit denen dort die Eisentür zugeschraubt ist wirklich eine Einladung für alle Besitzer eines Sechskantschlüssels darstellen diese Zugangstür zu öffnen.
Die "Ulmer Fraktion" fuhr nach dem Tanken in Aosta noch weiter über den großen St. Bernhard nach Martigny. Im Hotel dort konnten wir sogar die Motorräder direkt vor dem Zimmer abstellen, weil diese nach hinten zum Parkplatz lagen. Dort bemerkte Dieter, dass sein Portemonnaie fehlte und fuhr noch mal zurück nach Aosta an die Tankstelle, wo er es zuletzt gezückt hatte. Beim Abendessen staunten wir dann, dass es auch in der Schweiz Crème brûlée gibt, diesmal in einer noch nicht probierten Variante mit Kokosgeschmack. Die Entscheidung für die beste Crème brûlée fiel dann allerdings auf die erste Version mit der klassischen Sahnecreme.
3.10.
An diesem Tag soll es nach Hause gehen und das auch unter Ausnutzung der Autobahn. Da wir inzwischen schon einiges in die Übernachtungen und neue Reifen investiert hatten, wollten wir nicht noch einmal in der Schweiz übernachten und den Sonntag auch nicht als "Puffertag" ausnutzen. Die Entscheidung ob die schnellste Strecke, also über Chur und dann auf die Autobahn, oder die etwas schönere Strecke über Grimsel, Susten und Klausenpass genommen werden sollte konnte noch aufgeschoben werden bis wir in Gletsch an der Abzweigung waren. Dort entschieden sich dann Andrea, Sven und Deddi für die schönere Variante. Dieter war schon die schnellere über den Furkapass und Oberalp nach Chur vorgefahren. Edgar folgte ihm etwas später und mit der Erkenntnis, dass man mit ausreichend Öl einfach besser fährt. Wir hatten noch, wie fast die ganze Tour über, sehr gutes Wetter und einen schönen letzten Tag, auch wenn die Strassen wieder voller waren, da es Samstag war und herrliches Wetter. Schließlich kamen dann alle wieder gut zuhause an.
Damit war eine klasse Tour zu Ende, in der wir viele tolle Pässe, Täler und Schluchten gefahren sind und einiges erlebt haben, wie z.B. Verkehrsinseln die unvermutet plötzlich in den Weg springen und Gegenverkehr der aus dem Nichts auftaucht. Auch kulinarisch gab es Überraschungen bei den Varianten der Crème brûlée und dem breiten Spektrum des französischen Essens vom mehr-gänge-Menü bis zur Pizza aus der Pappschachtel.
Und nun zum Abschluss noch wie von Edgar gewünscht ein Crème brûlée Rezept : http://www.chefkoch.de/rezepte/113241047566039/Cr-me-Brul-e.html
Ob es wirklich das Beste ist kann ich erst sagen, nachdem ich die anderen ausprobiert habe. Aber ich ziehe es der Variante mit Kokos vor ;-)
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