Die Fahrt ins Nirgendwo
- Berichte_Struktur:
So, nachdem Edgar seinen Bericht abgegeben hat, muss natürlich von mir auch noch einer kommen. Bei mir fing das Drama schon am Vorabend an.
Samstag:
Ich hatte, wie soll es anders sein, am Samstag abend lange vorher abgemachte Verpflichtungen. Kurz um, drei Flaschen Wein zu viert und um 0300 in´s Bett. Da ich mich jetzt schon dreissig Jahre kenne und ich diese Ausfahrt nicht verpassen wollte, habe ich mir meinen Wecker auf 0715 gestellt.
Sonntag:
0717 Ich muss diesen Krach ausmachen. Meine LAG murmelt auch schon irgendwas neben mir. Um 0720 war ich schon am Kaffee kochen (Gute Idee, wie sich später rausstellte). 0722 wieder im Bett. 0755 Mit Schrecken hochgeschossen, ich dachte schon, alles verpasst. Ein Blick auf die Uhr, alles war gut und ich wieder guter Laune. Jetzt fängt so langsam doch mein Tag an. Schnell unter die Dusche, dann klappts auch mit dem Nachbarn.
[Kleidung an, wird noch wichtig]
Unterhose, Socken, langärmliges T-Shirt, Lederhose, Lederjacke, Halstuch, Stiefel, Ziegenleder/Carbon-Handschuhe, Helm (ohne die Möglichkeit, die Lüftung zu schliessen).
[/Kleidung aus]
So, jetzt so langsam zu meinem Bericht. Um 0830 war ich tatsächlich schon beim HG. Zu diesem Zeitpunkt waren ca. 25 Moppeds da. Ich bin dann zum Ausschank um einen Kaffee zu suchen. Aber schon beim Anstehen wurde mir klar, da gibts keinen. Ich habe dann auch gar nicht gefragt (man soll sich ja nicht schon morgens aufregen), sondern gleich zu einer Weisswurst gegriffen, bäää. Immerhin, 1 1/4 habe ich geschafft. Das alte, trockene Brezel und der Senf hat mich aber mehr gefreut.
So gegen 0845 rumpelts dann los, ein Zweirad nach dem anderen kommt dazu (die waren irgendwie schlauer). Kurze Zeit später entdecke ich PAN-Sepp. Manche von euch können sich vielleicht von einem unserer Treffen erinnen, das ist der, der mir bei der MOHAG die Storry reingedrückt hat. Ich versteck mich auf dem Parkplatz hinter einem Busch.
Zum Glück sah ich nach fünf Minuten eine Dev. und einen roten Helm. Endlich, ich stürme (mit einem grossen Bogen um PAN-Sepp) zu Edgar. Nach kurzer Begrüssung wollte Edgar sich einen Kaffee holen, hähähähä. Bei der Gelegenheit kann ich ihm gleich PAN-Sepp zeigen. Er hat sich schon die ersten unschuldigen geschnappt, um ihnen seine auswendig gelernte Storry aufzudrücken. Endlich habe ich 'Zeugen' für diesen unglaublichen Vorgang.
Gegen 0930 wird zur Versammlung gehupt und ein 'Offizieller' erläutert die Strecke. Wir erfahren, das wir zusammenfahren, da eine Gruppenbildung das letzte Jahr nicht funktioniert hat. Eine Stichwortauflistung gibts auch kopiert für jeden. Alles klar, wie fahren los. Können wir ja auch, da ich jetzt dann durchgefrohren bin.
Über die Strecke will ich mich jetzt nicht ausführlich auslassen, die hat Edgar schon getan. Dem kann ich beipflichten, möchte aber noch hinzufügen, das wirklich teilweise unter 50 Meter Sicht waren! Die gefahrene Geschwindigkeit lag so zwischen 10 ~ 80 kmh.
Trotz Arschkälte, Nässe, etc., war das Lautertal, ohne Gruppe richtig spassig.
In der Wimsener Höhle war dann natürlich im Warmen schon besetzt. Aber es gab ja zum Glück noch draussen ein paar kühle und feuchte Plätze. Ich hatte blaue Finger, total durchgefrohren, nasse Jacke und nasse Handschuhe. Na klasse.
Wir haben dann Erich´s Mopped gefunden, Erich leider nicht.
Edgar verspricht mir hoch und heilig Sonne und meint, ich würde heute noch in´s Schwitzen kommen (nimmt er heimlich Drogen, oder ist er einfach nur besoffen?) Ich habe mich ja schon über die 9 Grad gefreut, besser als die anfänglichen 6 Grad um acht Uhr. Aber nein, er wiederholt seine Aussage und ist davon nicht abbringbar.
Gegen 1245 hält uns nicht mehr und jeder von uns beiden schiebt den Horror vor sich her, mit 'denen' wieder zurückfahren zu müssen ... nichts wie weg!
Edgar hat heimlich schon wieder einen Joint geraucht, denn er erzählt mir schon wieder diesen Schmarren.
Bei den Moppeds angekommen, lass ich meine Dicke erst mal mit Choke und 3.500 U/min warmlaufen, um meine Handschuhe auf den Endtöpfen zu wärmen.
Nassen, kalten Helm aufgezogen und Edgar hinterher. Klasse, ich mach ja alles mit.
Nach zirka 10 Kilometern passiert das Wunder:
Irgendjemand hat den Nebel ausgeschalten und die Sonne eingeschalten, Edgar grinst. Wird sind exakt die Strecke aus seinem Bericht vom Sa. 20:17 abgefahren. Nein, Edgar hat doch keine Drogen genommen, ja ich habe geschwitzt. Es war bockel warm. Die schwarze Lederkombi wurde richtig heis. Die Strecke ist ein richtiger Traum, sie verdrängt sogar mit Abstand meine persönliche Lieblingsstrecke vom ersten Platz meiner Hitliste. Es ist eine sehr schöne Gegend und man kann die Strecke dahinschwuchteln und die Landschaft geniessen. Aber auch in jeder Kurve aufsetzen und somit das Kampfantrittsgewicht durch Material abschleifen geht auf dieser Strecke problemlos. Wir haben den Mittelweg, tendierend zum letzteren gewählt (Angstrand: 0,5 cm, geht aber auf dieser Strecke bestimmt auch auf null). Sogar die Anfahrtsstrecke ist echt schön.
Ich werde mir hierfür sogar die Mühe machen, die Strecke in eine Karte zu zeichnen. Ich sage dann Bescheid, wenn sie im Netz steht.
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technische Daten:
Ausrückzeit: 0720
Kampfantrittszeit: 0930
Zwischenstation: (Höhle): ca. 1200 (?!)
km ca. 70
Einrückzeit: 1640
km 307
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Ein glücklicher...
Dieter
So nun zu meinem _persönlichen_ Fazit:
Man muss es mal mitgemacht haben, aber einmal reicht.
Begründung im Allgemeinen:
Über hundert Zweiradtreiber sind zuviel. Das Fahren in einer so grossen Gruppe hat mir unheimlich Spass gemacht, aber nicht so weit. Da wären wir lieber zweimal durch Ulm gehoppelt und dann in eine 'richtige' Gastlichkeit. Hinterher gleich nochmal Ulm unsicher gemacht. Dann ist das bestimmt lustig. Man muss immer bedenken, dass es in so einer Gruppe immer totale Volltrottel hat.
Kleines Bsp: Rote Ampeln. Es haben sich immer nette Kollegen gefunden die mit ihren Zweirädern die Strecke gesperrt haben. Irgendwer musste aber dann immer an einer roten Ampel dann doch stehen bleiben und nicht nur die komplette Gruppe zum abrupten Anhalten zwingen, sondern gleich noch die Kollegen lächerlich machen, die gesperrt haben.
Ich werden also keine Strecke die länger als
20 km ist mir mehr als 20 Moppeds fahren.
Nachwort zu HG und den Motorradkurrier (scheinbar Mitveranstalter):
Für das tolle Wetter kann weder der Herr Hein, noch der Herr Gericke was. Das dies natürlich ärgerlich ist und es dann die HG-Tour war, ist unschön, aber das hätten wir auch überlebt. Hier keine Kritik.
Aber:
- wer ist auf acht Uhr gekommen?
- wer hat diese Sabberwürstchen und dieses
scheiss lauwarme Cola zu verantworten?
- wer hat mich im kalten Siff eine Stunde
ohne Kaffee stehen lassen?
- welcher Trottel hat diese Strecke ausgewählt?
4 Meter Strassenbreite mit Gegenverkehr ist ja
alleine schon, sorry, scheisse!
Andere Kleinigkeiten werde ich jetzt nicht kommentieren.
Leute es war scheisse!
Das Urteil fällt deswegen so hart aus, da ich von Profis, wie HG und MK, einfach mehr Professionalität erwarte. Diese Fahrt hat nicht 'Irgendwer' veranstaltet, sonder eben HG und MK. Da ertwarte ich deutlich mehr. MK ist nicht die schlechteste Zeitschrift und HG bestimmt nicht der schlechteste Laden, ganz im Gegenteil, ich bin über beide froh. Daher hoffe ich, das da ein paar Leute das Hirn einschalten und begreifen, dass eine Tour, aufgerufen von Profis, etwas mehr ist, als nur einen Termin anzukündigen und dann mal schauen, was passiert.
Dieter
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