Too fast to die

Wochenendtour Gavia 29.-31.8.2003

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Von: Helmuth
Datum: 2.9. 2003 23:36:01

Bilder

Hier ein Bericht

_Schauerliche Regenfahrt_

Wie immer, wenn das Wetter sich nicht entscheiden kann, trödle ich wieder vor der Abfahrt. Es ist schon fast 1000 Uhr als ich auf die Autobahn fahre. Ohne Motivation gondle ich Richtung Kempten. Bei Memmingen fängt es an zu regnen. Mit Naßbieber ist es auszuhalten. Am Oberjoch treibe ich mich gelangweilt vor der Bank rum. Soll ich nachfassen, oder wieder heim fahren. Es ist kalt und ich sehne mich nach meinem warmen Bett. Dann fasse ich doch Mut und Moneten und fahre über Gaichtpass das Hahntennjoch hinauf.

Einen solchen Regen hab ich noch nie erlebt. Centgroße Regentropfen prasseln auf mich nieder. Jetzt wieder umkehren? Ich bin doch kein Weichei. Also weiter nach Imst und Landeck. Es wird heller. Dann also rauf auf den Reschen. Hier fängt es wieder richtig an und ich breche doch ab und fahr wieder heim.

Am Fernpass mache ich kurz Pause. Als ich zum Mobiltelefon greife, seh ich eine Nachricht. Edgar ist dran und erkundigt sich nach meinem Befinden. Dieter hat schon ge-sms-t und macht sich Sorgen, wo ich bleibe. Inzwischen ist es 1500. Bei Bormio sei schön Wetter. Also fahr ich doch wieder zurück Richtung Reschen. Zweiter Anlauf.

Wo es vorher geschüttet hat wie verrückt, lichtet sich der Himmel. Aber in Landeck erwischt es mich wieder und gießt wie aus Kübeln. Den Reschen runter wieder alles gut. Hinten rum den Umbrail hoch, der noch 2 km Schotter bietet und nach Bormio hinunter. Nachdem ich mich nach dem Hotel erkundigt hatte, finde ich mich unversehens an einer abschüssigen Garageneinfahrt vor einer Wand. Sackgasse und ich komm weder vorwärts noch rückwärts. In dieser besch... Notlage kann nur noch der Bergbauer helfen, der mich rückwärts nach oben zieht. Edgar empfängt mich mit einem Becks. Die Welt ist wieder grün. Üppiges Abendmahl und weil die Hotelbar schon geschlossen hat, ab in die Heia.

Der Morgen erinnert an die Sintflut vom Abend, wo das Dorf einen Meter unter Wasser stand. Regen, Regen, nichts als Regen. Der Gavia ist schneeweiß und die Temperaturen laden auch nicht gerade ein. Wir zwängen uns teilweise mühsam in die Taucheranzüge. Anscheinend gehen die bei Regen ein. Als wir endlich eingepellt sind, wird es wieder hell und auch fast trocken; obwohl ich gestern wieder nicht aufgegessen habe.

Wir beraten, wie wir fahren. Gavia gesperrt, Mure und wahrscheinlich Schnee. Also ab nach Livigno. Robert ist natürlich mit Susanne schon dort, weil früher losgefahren. Wir kaufen fleißig zollfrei ein, als die Meute mit aufheulenden Motoren an uns vorbeidüst. Moppedtreff in Livigno. Mindestens 500 Verrückte. Wir beraten, wie wir weiterfahren.

Richtung Bernina und Moritz. Am Bernina leichter Graupel, grad mal so um 1 Grad, schätz ich. Die Bernina-Bahn stoppt uns. Die nächste Bahnüberquerung ging bisher mit 80, meint Dieter und schlägt für heute 85 vor. Micha ist mit dabei und turnt voll aus dem Sattel. Mir geht's fast genau so. Die Fuhre hebt voll ab. Wer die Schanze kennt, will nicht mal mit 60 drüber.

Am Kreisverkehr vor Samedan. Wir beraten, wie wir weiterfahren. Es geht Richtung Scuol. An der Abfahrt nach Davos, über den Flüela beraten wir, wie wir weiterfahren. Der harte Kern mit Peter und Micha entscheidet sich für Flüela und Heidiland-Raststätte, Susanne, Robert, Katrin und Jochen nehmen die direkte Route über Landeck. Dem schließ ich mich an. In Fliess im Gasthof zum neuen Zoll lecker Menü und Kaiserschmarrn. Wir beraten, wie wir weiterfahren und entscheiden uns trotz Wolken für den Arlberg. Am Arlberg steigen wir wieder in unsere Naßbieber. Am Flexenpaß noch nass, dann trocken den Hochtannberg hinunter. In Langenegg berät sich Jochen, wie er weiterfährt. Er fährt mit bis Oberstaufen und verabschiedet sich heimwärts. Ich trinke noch einen Kaffee bei Susanne und Robert und verabschiede mich heim. Im ganzen war ich gut beraten.

Gruß Helmuth

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