Too fast to die

Dieters Erfahrungsbericht XX - 14.7. 2002

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Von: Dieter
Datum: 14.7. 2002 12:34:08

So, nun ein keiner Erfahrungsbericht zur XX.

Nachdem ja meine VFR vorletzte Woche das Zeitliche durch einen Kettenriss auf der Autobahn bei 230 gesegnet hat, war ich, dummerweise, letzten Samstag Brötchen holen. Noch viel schlimmer ist, das auf dem Weg der UGT liegt. Dort stand sie dann: Bj. 98, 28542 km, schwarz. Ca. sieben Minuten später war der Kaufvertrag unterschrieben und ich konnte endlich Brötchen holen gehen. Durch widrige (tm) Umstände konnte ich sie leider erst diesen Mittwoch abholen. Nun, jetzt ist es Sonntag und die ersten 1.200 km sind drauf, Zeit für einen ersten Bericht. 1.200 km sind zwar deutlich zu wenig, um ein Mopped zu beurteilen, aber für einen ersten Eindruck reichts.

Die '98 ist noch eine Vergaser und die wesentlichen Unterschiede im Vergleich zur '00 (zB Edgar's) sind ausser Kosmetik:

Ein verändertes Ventil am CBS und:

'98 ('00)
Vergaser (Einspritzung, RAMAir, Kat)
kW 118/10000 (110/9500)
km/h 290 (286)
Leer 250 (253)
ges 438 (438)

Um einen Anhaltspunkt zu haben, vergleiche ich das Ganze am Besten mit der VFR. Zum Glück haben Edgar und ich gestern die Mopped's getauscht, sonst wäre dieser Bericht _viel_ schlechter geworden, aber dazu später.

Das positive gegenüber der VFR:

Die Sitzposition ist ist richtig genial, für den Tourenbereich, wie auch für den Strassenkrieg geeignet. Auch der eigentliche Sitzplatz ist viel 'Popogeeigneter'.

Der Knieschluss ist bei meiner Grösse perfekt.

Ich habe endlich einen, wenn auch kleinen, Stauraum unter der Sitzbank.

Das 'Feeling' ist beim ersten Drausitzen schon besser.

Das (negative) gegenüber der VFR und auch allgemeines:

Der Freiflächenschweinwerfer der XX macht einen bombastischen Eindruck ist aber furchtbar beschissen. Das, was er ausleuchtet, ist hell, aber nur das. Obwohl die XX gar nicht so stark beim Kurven anbremsen einfedert, wird's dunkel. Bei der VFR habe ich beim Fernlicht Abblend- und Fernlicht an beiden Scheinwerfern zusammengeschalten. Das dachte ich mit der XX auch gleich, aber da ist es schon so. :(

Ganz gespannt war ich auf die Bremsen und das CBS. Naja, es hat mich überhaupt nicht vom Hocker gerissen. Nach einer gewissen Zeit steht die XX halt. :(

So, nun wohl das wichtigste, das Fahren. Die XX fährt geradeaus. Das tut sie mit einer stoischen Ruhe. Die ersten 15 km hab ich langsam gemacht, ich muss mich ja auch erstmal an das Fahrzeug gewöhnen. Danach hab ich mich dann mal um's Fahren gekümmert. Schreck lass nach: Beim Anfahren fatzt mir der Hinterreifen weg, dito beim Rausbeschleunigen im Ersten. Na klasse. So, oder ähnlich, auch beim Beschleunigen in Kurven. hmmm. In selbige Kurven will die XX übrigens überhaut nicht freiwillg. Den sch... Eisenklotz (so ist halt nun mal der emotionale Eindruck) an die Rasten zu bekommen ist ja Schwerstarbeit!

Also auf die BundesBolzerBahn und mal die Geradeauslaufeigenschaft getestet, das scheint der XX ja besser zu gefallen. Da kann man dann ja auch gleich mal den Tacho verifizieren. Der ist übrigens recht genau. Reproduzierbar erreiche ich 282 bis 286 km/h. Vom Oberjoch Richtung Ulm geht es ja mal ein ganzes Stück bergab, da verzeichnet das GPS 292.4 km/h. Das ist dann wohl das Ende der Fahnenstange.

Das sind dann (man verzeihe mir parallaxe Fehler):

Anzeige (Wirklichkeit)
50 (48)
100 (97)
200 (191)
314 (292)

Ein Windschutz ist quasi nicht vorhanden, das ist nun wirklich peinlich für Honda. Ich habe bei 180 auf der XX schon einen (Wind)Geschwindigleitseindruck, wie auf der VFR bei 240. Und den Tank abzubauen, um den Öimel weiter runter zu bekommen, geht leider nicht. Mit Tankrucksack ist's dann gleich totaler Essig.

Der Motor ist sehr gut. Bei 2700 Umin hat er einen fatalen Drehmomenteinbruch. Zum Rumschwuchteln kann man wirklich das ganze Drehzahlband über 2900 Umin nutzen und hat keine grossen Sorgen. Trotz diesem potenten Motor sollte man im offenen Strassenkampf tunlichst niemals unter 7000 Umin kommen, sonst pisst einem jede CBR600 ans Bein. Wirklich fahbar ist der Motor erst ab 7000 Umin, drunter fällt er in eine gewisse Lethargie, die nur noch Schwuchtelbetrieb ermöglicht. Am Ritten zB. einmal Verschalten und unter die magische Drehzahl zu kommen ist ein Albtraum und bedeutet wohl 'verloren'!

Gestern habe ich dann mit Edgars '00 XX getauscht:

Erster Eindruck: Die ist ja viel leiser, weniger hintenraus und weniger Ansauggeräusch. Also los gehts. Das Loch bei 2700 Umin hat sie überhaupt nicht. Die Gefechtsdrehzahl liegt schon bei 6500 Umin an. Dafür wird sie aber auf den letzten 500 Umin viel zäher. Nun aber das wichtigste:

Mir fatzt das Hinterrad nicht mehr weg! Das ganze umgekehrt beim Bremsen: Geil! Auf einmal mag die XX auch Kurven und fährt sich wie ein Spielzeug.

Fazit:

Schönes Kriegsgerät, wenn die, _völlig_ unbrauchbaren, BT57 unten sind und wie schon auf der VFR und Edgar's XX die PilotSport drauf sind. Bei den Bremsbelägen tippe ich auf Billigbeläge. Dieses Problem wird sich also auch lösen.

Bleibt also nur noch ...
... die Funzel, aka Licht
... der nicht vorhandene Windschutz (lösbar)
... das Drehmomentloch bei 2700 Umin (aber
wer will in diesem Drehzahlbereich schon fahren)

Dh. ich möcht sie nicht mehr hergeben, mal schaun, ob sie länger durchhält, wie die VFR mit 11,5 Monate, oder die CBR davor mit 11 Monaten.

Gruss Dieter

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