Too fast to die

Schiavatour 9.-10.3. 2002

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Von: Helmuth
Datum: 12.3. 2002 22:59:04

Schiava-Tour März 2002
oder: wie bring ich eine Hayabusa und eine 125 Futzguck unter einen Hut?

"Pünktlich", 0920 komme ich am Parkplatz nach Laupheim an. Dieter, Edgar, Tanja und Swen sind noch nicht ganz fertig mit ihren Rettchen. Für mich reicht's auch noch eine. Kurz beschleunigt und Richtung Isny. Robert fegt gerade mit der kleinen 125-er ums Eck, als wir unsere Mopeds abstellen. Um die Wartezeit zu überbrücken, spendiert Robert allen frischen Kaffee. Gestärkt nehmen wir das Namlos-Tal in Angriff. Dieter kann sogar wedeln, aber kurz hinter ihm merke auch ich, dass die Straße brutal sandig ist und gehe gerne vom Gas. Trotzdem lassen kurze eisige Stellen das Hinterrad leicht versetzen. Doch alles ist unproblematisch und nach einem sauerstoffreichen Durchatmen geht' locker wedelnd weiter. Am Fernpaß komm ich mit Edgar überein, dass ich jetzt das Schlusslicht übernehme. Doch kurz nach Nassereith, wo es die einladende zweispurige 6% Steigung hochgeht, steht Fast Eddy auch schon am Straßenrand. Sandra will scheinbar auch zahlen, indem sie ebenfalls rechts ranfährt. Strahlend kommt Edgar oben an: He, das ist ja scheißbillig; nur 20 Euro. Über den Fernpaß können wir's noch mal richtig krachen lassen, bevor es gemütlich über Mutters den Brenner hochgeht. Swen will unbedingt bei chönberg nach Neustift abbiegen (und zum Skifahren?), aber ich kann ihn gerade noch einfangen. Sandra mit ihrem Futzgerle kommt nur zwei Minuten nach uns an. Einfach genial.

Wieder lädt uns die italienische Seite zum richtigen Mopedfahren ein. Mich drückt mein Kinnriemen tierisch, muss halten und lasse dadurch etwas Luft zwischen den Verfolgten. Mühsam kämpfe ich mich mit "italienischer" Geschwindigkeit bis zum Ziggler kurz nach Brixen. Ich glaub nicht mehr an mich, noch an mein Motorrad: Sandra ist schon da. Völlig verstört und fertig mit der Mopedwelt bestelle ich auch einen Cappuccino. Schnell weiter über das 24° warme Bozen zur Auffahrt Mendola. Ohne Halt stauben wir diese geilste Passstrecke hoch. Ich werde gnadenlos von Tanja mit ihrer "Uralt-BMW" gehetzt und muss noch weit vor der Passhöhe mit Wadenkrampf aufgeben. Über ihren inneren Triumph hat sie mir noch nichts erzählt. Sandra kommt eine halbe Min. nach mir an.- Schande. Von Fondo bis Tret durchschneiden wir nicht nur die Abenddämmerung, sondern auch immer wieder diesen hässlichen Sandstreifen auf der Fahrbahnmitte. Aber wir sind ja jetzt wedeln gewohnt. Tja, der fröhliche Abend kündigt sich schon nach den zwei Einstandbieren an. Wieder schaffe ich das 4-Gänge-Menue nicht. Dieter wird schon ungeduldig und Swen erbarmt sich meiner, indem er mir das Stück Fleisch abnimmt, das ich wirklich nicht mehr geschafft hätte. Wie übrigens auch die dritte Flasche Wein. Wie allerdings die elf Flaschen unter uns sieben aufgeteilt wurden, entzieht sich meiner Kenntnis. Denn saumüde geh ich in die Falle, ohne die Batterien für meine Digikamera zu laden. Ts.

Der Morgen danach gestaltet sich entsprechend. Wir liegen träumend auf den Bänken, bestaunen unseren neuen Moped-Port (den gibt es jetzt wirklich; man beachte die massiven Holzleimbinder), bis der letzte (wer wohl?) zur Abfahrt bereit ist. Zögerlich, oder besser bedächtig, nachdem sich wohl jeder auf dem hässlichen Sandstreifen einmal verbremst hat; geht's den Mendelpaß hinunter. Dieter wundert sich noch, wie er überhaupt hinuntergekommen ist, weil er scheinbar 200 gefahren ist, auf dem Tacho aber nur 80 stand. Inzwischen alle nüchtern, erklimmen wir den Brenner und gehen in die Pizzeria, wo Robert, Edgar und Dieter schon am 2.2.02 einkehrten. Die Pizza riesig; so bin ich auch mit meinen Spaghetti als erster fertig; der Kellner (72, rechte Seite zahnlos, trotzdem Butlerschule in London) überaus freundlich. Edgar erkennt ihn nicht wieder, hat er doch im Feb. dreimal zahlen wollen, aber dieser Kellner hat ihn nur batzig angebrutelt. Heut ist er die Freundlichkeit in Person, klopft den drei "Rukka-Brothers" auf die Schulter: "Kenn Euch schon, wart die ersten Motorradfahrer dieses Jahr im Februar. Kommt bald wieder." Edgar kriegt sich nimmer.

Nachdenklich und ohne "scheißgünstigen" Halt geht's heimwärts. Vor der Autobahn verabschieden wir uns. Bis nächstesmal.

Gruß Helmuth

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