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Oktobär 02 - 28.9.-6.10. 2002
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Von: Helmuth
Datum: 16.10. 2002 01:00:03
Bericht: Oktobär-Tour 2002
Hallo Hugo,
ich muss Dir ja noch von meiner Geburtstagstour in die französischen Hochalpen berichten. Jetzt waren wir schon das zweite mal und wir nennen das OKTOBÄR. Also los ging's nach einigem Gezeter, wer wann wollte, wer mit oder ohne wem usw. am Samstag, 28.09. ab McD Ulm. Natürlich war ich pünktlich da, weil Edgar schon mal vorsichtig gedroht hatte. ;-)
Also los über Lindau, wo Dieter sich einen HUCH, SCHRECK, AOUH-scharfen Hamburger gönnte. Sein McD-Haloween-Schrei schallt über das schwäbische Meer. Weiter zum Parkplatz Heidiland. Ich weiß nicht, warum die alle Heidiland so mögen; ich find's nur teuer, (aber warm). Während wir: Andrea, Dieter, Edgar, Thomas und ich [Bild 03] auf die anderen warteten, hörten wir übers Handtelefon, dass Roberts Haya (in Mayerhofen) nicht ansprang. Micha half ihm schieben, bis er merkte, dass eine Hayabusa mit ausgefahrenem Ständer nicht anspringt. Ich lieg das erste Mal gemütlich im Gras. (Wollt ich immer schon) Inzwischen kommen schon mal Elke, Matte, Rainer und Susanne. Bei Chur trennt sich die "Spreu" vom Weizen: Edgar fährt mit den Hayabusa-Treibern über den San Bernardino den Splügenpaß und nimmt die südliche Route. Andrea, Dieter, Thomas, Elke, Eric, Rainer und ich nehmen die direkte Linie über den Albulapass [Bild 12] nach Livigno. Nachdem das Sporthotel heute strohwitwet und die Köchin schon 10 Gäste hat, müssen wir mit der Entenbrust und den Kalbsmedaillons vorlieb nehmen. Dafür sprechen wir umso mehr den dunkelroten Getränken zu. Matte wähnt sich schon auf dem Racetrack und erzählt von Schräglagen, Knieschleifen, Knietasten und ähnlichem. Dieter philosophiert wieder über den totalen Krieg beim Mopedfahren und möchte alle "Feinde" in der Felswand sehen. Das ist noch nicht ganz meine Welt. die Betten aber sind klasse, Thomas meint, ich hätte überhaupt nicht geschnarcht. Komisch; ich schnarche immer nach einer Flasche Wein! Recht früh geht's los und die Eisplatten an der Tankstelle und am Duty-Free sprechen eine deutliche Sprache: -2°C. Die anderen sind schon weg. Auch Dieter war's gestern wahrscheinlich zu langweilig; er begleitet Andrea, Thomas und mich heute mal nicht [Bild 19]. So gondeln wir den Bernina wieder hoch und nach Moritz runter. Der Maloja ist Spritze, nur die Baustelle und Ampel mitten im Abstieg nervt. Unten genieße ich dafür die langgeschwungenen Kurven im Tal und geb der Fazer mal richtig die Sporen. Bis mich die kommende Ortschaft bremst. [Bild 16-18] Schnell eine Zigarette raus, Hälfte abbrechen, anzünden und gelassen warten. Scheiß! mein Feuerzeug geht nicht. Die Kippe brennt noch nicht mal, da kommt auch schon Thomas und Andrea. Dieters Trick hat diesmal leider nicht geklappt. Wir fahren weiter zum Comer See und genießen den Cappuccino bei 28°C im Strandcafe von Gravedonna. Hier trennen wir uns; ich muss zurück; malochen. Andrea und Thomas dürfen weiter nach Süden. Über Chiavenna nähere ich mich dem Splügen. Lange, schön geschwungene Kurven lassen mich die Fazer zügig den Berg hochtreiben. Bis ich oben in einen Tunnel fahre, in dem völlig überraschend eine Rechtskehre folgt. Wer hier nicht aufpasst, der klatscht geradewegs auf die dunkle Felswand. Benommen halte ich nach diesem gemeinen Stück und schau mir die Sache von oben an[Bild 22]. Die Abfahrt ist dann breit, gut usgebaut, einfach genial; nur zu kurz. Schon bin ich in Splügen Ort und gondle die Via Mala hinunter. In Thusis auf die Bahn und ab nach hause. Nach drei Tagen Maloche darf ich am 3.10. wieder weg. Also schnell wieder auf die Bahn: Zürich, Bern, Vevey. Genfer See [Bild 24]. In Martigny noch schnell getankt und zu Abend gegessen [Bild 25] In Chamonix will ich übernachten. Nachdem ich mich in etlichen Käsefondue-Kneipen rumgetrieben habe, wo in einer ein Gast gleich seinen Rechaud abfackelt, dass die ganze Bude unter Rauch steht, suche ich mir Richtung Minigolfplatz ein geeignetes Gelände für mein Zelt. Gleich beim Mont Blanc Hospiz, wo Schilder wie: "Ski bitte im Flur abstellen" und "Skistiefel bitte ausziehen" auch im Sommer eine deutliche Sprache sprechen, find ich meinen Platz. [Bild 26] Ein kleines Einfamilienhaus mit riesigem Garten; feinster Rasen, schnüffle ich; soll mein nächtliches zuhause sein. Die Nachbarn bleiben ruhig, meine Pumpe jedoch geht Hochfrequenz bis über die Ohren, schlafen kann ich kaum [ohne Penntüte!] und morgens stelle ich fest, dass es doch keine 2°C plus hatte. Nachdem ich mir noch ein Baguette vom Hospiz geklemmt habe, bin ich um 0600 [nullsechshundert] schon in den Bergen und absolviere meine erste Nachpassfahrt. Ich bin noch soo durchgefroren, dass ich öfters anhalten muss und vor Langeweile in der Dämmerung halt fotografiere. [Bild 28] In Albertville muss ich unbedingt in ein Cafe, gönn mir drei Cappuccini und vertilge mein restliches Abendmahl. Übers Telefon erfahre ich die Route von den Südfranzosen und wir treffen uns, nachdem ich ausgiebig mit den BMW-Treibern [Bild 40] rumgekämpft hatte, am Col d' Agnello [Bild 43]. Welch Wiedersehensfreude. Doch voller Entsetzen muss ich hören, dass während meiner Abwesenheit drei Total-Verluste zu verzeichnen waren: Andrea hat heute morgen ihr Moped ins Kreuz gekriegt; gottseidank ist alles ok, sie sitzt jetzt zwar 16 Std. im Zug über Paris, aber es geht ihr immer besser. Handtelefon hält auf dem laufenden. Matte hat sich gestern den kleinen Finger verstaucht; aber seine Hayabusa bedarf wohl einer Totalüberholung [Bild 17 ff.].Rene hat sich eine Ölspur ausgesucht und keine Lust mehr. Er fliegt; seine Bandit fährt mit den gelben Engeln heim. [Wir haben ja alle die "ADAC plus-gold-platin-wunder-card XXL]. Braucht man auch ;-)) Im Convoi fahren wir zurück über den Col d'Izoard nach Briancon, vorbei am Mont Chaberton, wo man letztes Jahr mit der Enduro noch auf über 3ooo m fahren konnte, [die Geschichte von den drei Endurofahren, die ich in Briancon traf und die 36 Stunden für den Pass brauchten, erzähl ich Dir später] weiter über den genialen Mont Cenis, wo Dieter mit uns Katz und Maus spielt, und knallen in Lanslebourg rein. Überhaupt Dieter: es ist unglaublich, wie brachial er seine CBR 1100 XX bewegen, und wie sanft er mit ihr umgehen kann. Er zieht Dich ein paar Kurven hoch, Du bleibst locker dran [meinst Du] und nach der dritten hat er 500 m Vorsprung. Bobby hinter mir mit Olga als Sozia lass ich vorbei, weil ich ihn mit seiner V-Strom nur aufhalte. Er bleibt aber auch nur 5 Kurven dran. Dieter fragt mich hinterher, warum ich in den Kurven bremse?! Muss ich wohl noch dran arbeiten. Lanslebourg war letztes Jahr das Highlight: Nach und nach trudelten die damals total verstreuten Fahrer ein. Wir standen auf der Straße und jeder hatte ein kleines Bier. Erst eins, dann zwei, dann drei; dann immer mehr, bis das Fass leer war. Die Bierkästen mussten auch noch dran glauben und dann machten wir uns an den Rotwein. Davon haben die Franzosen mehr. Der Schlag traf manchen am nächsten Morgen beim Zahlen. ;-))) Dieses Jahr benehmen wir uns total gesittet [Bild 48-63] und bekommen als Stammgäste sogar noch ein Eissoufflee [Bild 63-68] -kostenlos! Die Wirtin vergewissert sich sogar noch, dass wir nächstes Jahr wieder kommen: "A L'année prochaine?" Na ja, nach geruhsamer Nacht trennen sich unsere Wege, wir, die Musketiere, wie Thomas sagt, fahren weiter über Modane, St. Jean-de-Maurienne nach Albertville. Weiter Chamonix, Martigny, Sion. In Brig im McD zu Abend gegessen und weiter das genialste Stück zum Grimsel hoch. Dieter voraus, ich hinter Edgar; und Thomas hinter mir. Die weiten Kurven entlang der Rhone fetze ich hinter Edgar her, der mir mit seiner absolut traumhaften Kurventechnik immer wieder das Wasser im Munde zergehen lässt. Knapp bleib ich diesmal dran. Oben angekommen, will ich schnell eine rauchen. Edgar bittend: "nein, bitte jetzt nicht Helmuth". Überlegen zünd ich sie doch an. Da kommt Thomas. Später hab ich mich bei Thomas entschuldigt. Ich Ignorant. Immer wieder überlegen wir, ob wir dem Wetter nach Süden über Turin etc. ausweichen sollen. Ich bin aber für den Grimsel-Furka-Oberalppass Richtung Chur. Doch das sollte sich als wettertechnisch problematisch erweisen. In Blistingen nach Brig übernachten wir. Am nächsten morgen Regen, Regen, Regen. Scheiß. Also Regenklamotten an und ab die Post. Am Furkapass mit 2431m Schnee [Bild 81] Eine Stunde später hätten wir umkehren können.. An der Grenze noch kurzes Herzklopfen, weil alle Reifen, außer denen von Thomas mit seiner HONDA 750 CB wirklich platt sind. Doch alles ist gut und weiter eine halbe Stunde durch Bregenz auf die Bahn. Die Dosen im Stau vor Bregenz brauchen bestimmt vier Stunden. Auf der BAB überkommt mich noch mal der Übermut, als ich im Stau auf der Mittelmarkierung neben einem ignoranten AUDI A6 plötzlich mit gezogener Kupplung auf 9000 Touren angase, dann runterschalte [Kick-down] und nachdem auf einmal Platz ist, mit schleifender Kupplung abdüse. Die bei Regen beschissenen, abgeflechsten Metzeler Z4 halten anscheinend doch bei Regen und auf Markierungen: Den Scheiß, den ich da verzapft habe, begreife ich erst viel später; daheim in der Wanne. Diese Tour war genial wie ein Traum!
Gruß Helmuth
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