Too fast to die

Ostertour 01 - 13.-16.4. 2001

  • Berichte_Struktur:

Von: Edgar
Datum: 18.4. 2001 01:44:32

Hier nun ein ausführlicher Bericht der MFU-Oster-Tour.

T-1

Abends die Taschen und den Koffer gepackt. Wetterbericht im Internet verfolgt. Handschuhe eingefettet. Wetterbericht mit anderen sites verglichen. Und wenn ich dann doch einfach nicht mitfahre? Nein, anschauen mußt du dir das schon mal! Noch im Schleckerland vorbei Batterien und Aquapack-light-Beutel besorgt. Lire gewechselt. Wetterbericht...

Tag 1

Teil 1: Vorfreude

Um 8 aufgestanden, erste mails gelesen von wegen doch lieber Ostereier suchen und so. Egal. Anschauen muß schon sein! Dieter ruft an und vergewissert sich, daß ich a) mitfahre und b) den Foto mitnehm'. Beides wird souverän bestätigt. Dafür nimmt Dieter seinen ipaq mit und ich kann meinen zuhause lassen. Gut so, wieder ein Aquapack weniger... Robert hat mit Dieter telefoniert und kommt jetzt auch mit. Um 9 losgedüst Richtung Ulm - richtig angenehm frisch draußen. Kaum Wolken. Treffpunkt 0930 McD in Ulm. Doch ein bißchen sehr frisch. (So, gerade kommt der Bericht von Helmuth 'rein. Mal wieder klasse: Zuerst keiner - dann alle. Egal, ich schreib' mal weiter.) Ham'n'egg bestellt, Andrea und Dieter kommen 'rein. Beim Frühstück wird beratschlagt, ob Helmuth nun doch kommt oder nicht - da kommt seine SMS daß er unter der Brücke wartet. Super. Und Robert wartet auf dem Parkplatz vor Nesselwang. Genial. Jetzt müssen wir mindestens dorthin fahren - wir können ihn ja nicht dahinfahren lassen und dann selber nicht kommen. Also 1000 Abfahrt [1]. Auf die Bahn, Helmuth wartet schon nach Senden unter der Brücke. Weiter geht's.

Teil 2: Sorgen, Nöte, dunkle Gedanken

Im Rückspiegel sehe ich, daß Helmuth recht merkwürdig fährt: einhändig. Bei genauerer Betrachtung versucht er krampfhaft mit seiner freien Hand seine Satteltaschen zu bändigen. Nächster Parkplatz 'raus und plötzlich fährt Dieter mit seinem Mopped neben mir: Die Bremsklötze für 22,- sind wohl doch nicht so das wahre... Helmuth dreht seine Taschen um 180° um so die Aerodynamik zu zwingen, seine Taschen nicht mehr hoch sondern 'runter zu drücken. Das war dann auch gleichzeitig die 1. Pause nach ca. 40km. Dann weiter Richtung Kempten/Nesselwang. Auf der Bahn nur Verrückte: sture Linksfahrer, die überhaupt nicht überholen wollen. Und dann, kurz vor Nesselwang, kleine weiße Dinger die mir die Sicht erschweren. Und die werden immer größer und zahlreicher. Und wir sind eigentlich noch auf keiner Höhe und 2 Pässe kommen noch. Naja, bis zu dem Parkplatz sind's noch 5km, da fahr' ich noch hin und werde mich dann wohl verabschieden.

Teil 3: Das Grauen

Heftig wischend auf dem Parkplatz eingefahren. Scheint ein beliebter Treffpunkt zu sein: 5 ULer sind schon da. Robert auch. 4 Nordlichter treffen auch ein (Die sind um 4 losgefahren - brrr). Die weißen Dinger werden ekelhaft. Ich mache einen zaghaften Vorstoß von wegen umdrehen. Wird nicht akzeptiert. Also, fahre ich noch ein Stück mit: vielleicht hört es ja genauso schnell auf wie es begonnen hat. Die Nordlichter drehen wieder um. Und wir kleiden uns wärmer und wasserdichter ein [2-6].
Sogar Helmuth holt noch ein 2. Paar Socken hervor [4]. So, weiter geht's. Inzwischen ist das weiße Zeugs fest mit dem Wildleder meines Wischfingers verklebt was meine Versuche, das Visir zu reinigen irgendwie lächerlicher macht. Außerdem ist es von innen beschlagen und ich seh' nur was, wenn ich mit dem rechten Auge und einem etwas nach links gedrehten Kopf schaue. Rechts 'rangefahren und kundgetan, daß ich umdrehe. Robert meint (er ist ja ortskundig und kennt das Wetter dort unten): "Nach dem Tunnel hört es sicher auf. Und das sind nur noch ein paar km!" Zweifelnd nehme ich das zur Kenntnis und wir fahren weiter. Nach dem Tunnel ist es genau das gleiche. Ich wieder rechts 'ran und verkünde meine endgültige Umkehr. Jetzt kommt Dieter mit einem selten dämlichen Argument: "Wenn es so schlimm wäre würden uns vielmehr Motorradfahrer entgegenkommen!" Hat mich aber irgendwie überzeugt und wir sind weiter. Und auf einmal kommen Horden von Motorrädern uns entgegen! Nur jetzt hatte ich auch keinen Bock mehr anzuhalten. Und so ging's den Fernpaß hoch, an Autokolonnen vorbei, der Wärme entgegen. Oben auf dem Paß Rast in dem weißen Zeugs, nach Beratschlagung Mittagessen im Restaurant, wo eine Bedienung, _nachdem_ sie die Schnitzel serviert hat, uns freundlich aber bestimmt darauf hinwies, daß doch Karfreitag sei. Asche auf unser Haupt (ob das das weiße Zeug war?).

Teil 4: Licht- und Ausblicke

Paß 'runter. Die weißen Dinger verschwinden komplett. Es wird wärmer. Die Straßen trocken. Ich seh' wieder was. Robert führt uns an Innsbruck vorbei auf die Brenner-Bundesstraße. Paß hoch, Paß 'runter. Es wird noch wärmer. Die Wolken verschwinden. Sonne pur. Kurz vor Klausen Pause und Regenkombis entfernen [7-12]. Ich bin sehr dankbar ob der Überedungskünste der anderen! Erster Capuchino gesüffelt. In Bozen auf Anhieb die Umgehungsstraße gefunden. Mendelpaß _hoch_! Oben Pause [13-16]. Dann noch ein paar km bis zur 1. Übernachtung in Tret de Fondo. Leider war meine Stammpension noch umbauen so daß wir uns eine andere Bleibe suchen mußten und fanden. Zimmer beziehen, Duschen, Abendessen. Weinprobe. Irgendwann sind wir auch ins Bett gekommen.

Tag 2

Um 1130 weckt mich mich Robert, der irrsinnigerweise schon um 8 aufgestanden ist. Frühstück. Vorbereitungen zur Abfahrt [17-18]. Dieter verwöhnt Helmuths Kette (nein, ich sag' nix!). Viele Kurven, und so eng, und vor allem plötzlich. Grobe Richtung "La Spezia" - Meer. Gegen Nachmittag verschwinden dann so langsam die Nebel in meinem Kopf und die Fahrt wird etwas zügiger fortgesetzt. Wunderschöne Gegend nördlich vom Gardasee [19-22]. Ab Gardasee wird's ziemlich derbe: Im Endeffekt ein einziges Dorf mit Massen an Autos. Aber zu einem Eis hat's noch gelangt. Weitere Routenbesprechung: Meer ist zu weit, also Dosenbahn bis Modena und von dort ins Appenin nach Pavullo. Weg gesucht, Ferrari gefunden [23]. Dann die Straße nach Pavullo _müßte_ eigentlich schön sein - nur war's dann doch ein bißchen kalt geworden und ich mußte permanent nach Herbergsschildern ausschauhalten. Ortseingang Pavullo sehen wir Tannenbäume mit wieder diesem weißen Zeugs drauf. Auf Anhieb eine Pension gefunden, Duschen, Abendessen. Irgendwie hatte keiner so richtig Durst und wollte dann auch sehr schnell ins Bett.

Tag 3

Fit und ausgeschlafen aufgestanden. Frühstück. Ein KTMler aus Günzburg (der mit dem Transporter über die Alpen kam! Weichei!) hat uns einen Tip von der schönsten Straße im Appenin gegeben, die wir auch ausprobierten [24-25]. Vielzuschnell waren wir in Bologna angekommen. Weiter auf der Dosenbahn nach Vicenza. Robert und Dieter sind vorausgefahren, um ihre Zündkerzen "frei" zu kriegen. Treffpunkt war eine Raststätte kurz vor Autobahnende. Dort angekommen, operiert Dieter seine CBR und schneidet alle nicht wichtigen Teile seines Kettensystems ab [26 und besonders 29]. Kann aber weiterfahren und so geht's auf schönen Straßen nach Trento, und, wie sollte es anders sein, Übernachtung in Fondo. Zimmer beziehen, Duschen etc. Wir scheinen uns aber doch irgendwie zivilisiert aufgeführt zu haben, da wir am nächsten Morgen weitere 2 Flaschen Wein geschenkt bekamen (was nicht heißt, daß wir 18 getrunken hätten!).

Tag 4

Nachdem wir in der Nacht noch unsere Moppeds untergestellt hatten waren wir doch recht enttäuscht, daß nix weißes 'rumlag. Nur kalt war's. So ging's dann Richtung Heimat den Mendelpaß wieder runter, durch Bozen durch, auf die Bahn (da die Bundesstraße durch eine Felslawine gesperrt war) bis Klausen. Da hat's dann auch zu regnen begonnen. Unter eine Brücke gestellt, Regenkombis an. Weiter den Brenner hoch und da kamen schon wieder diese weißen Dinger [30-32]. Brenner runter und es wird wieder schönes Wetter. Fernpaß hoch - Superwetter. Pause, Schnitzel. Hektischer Aufbruch [33]. Parkplatz Nesselwang. Verabschiedung von Robert. Wischend bis ca. Memmingen. Und dann nur noch Regen. Weiter nach Ehingen und ein erholsames Bad genossen.

Gruß Edgar

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