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Ostertour 01 - 13.-16.4. 2001
- Berichte_Struktur:
Von: Dieter
Datum: 18.4. 2001 10:07:59
Bericht zur Ostertour 2001
Die Tage vorher
Nachdem Andrea der Motorradbekleidungs-Kauf-Wahn gepackt hat und sie jetzt eine Vollausstattung hat, fährt sie wohl doch mit. Warum auch immer, Jeans tun´s doch hinten drauf, sie muss ja nicht fahren. Eine Woche vorher schon höre ich aber immer einen Satz von ihr: "Wenn´s kalt ist, fahre ich nicht mit". Gut, was soll ich ihr da vorwerfen, in der Mailingliste fängts ja auch schon ähnlich an.
Der Tag vorher
Andrea ist auf einmal völlig unbeeindruckt vom Wetter und meint: "Jetzt hab ich schon gesagt dass ich mitfahre und kann nicht mehr absagen". Ups, ich bin schwer beeindruckt. Robert ruft an und will sich nochmals des Fahrens versichern. Grosskotzig wie ich bin, kamen beim Gespräch solche Sätze, wie "Wir fahren _auf_ _jeden_ _Fall_" durch. So, jetzt hab ich den Salat. Ich muss also auf jeden Fall fahren, egal wie. Und wenn ich nur alleine in Nesselwang stehe, um dann umzukehren. So, noch schnell Andrea wiegen. Gut, sie hat auf 53,2 kg abgenommen und darf mit. Sind zwar nicht meine geforderten 50 kg, aber die 3,2 kg machen nach einer Berechnung dann nicht mehr so viel am Leistungsgewicht aus.
Tag 1
Morgens alles trocken und Sonnenschein. Sollte uns jemand erhört haben? Ich sitze mit meinem Kaffee in Serverraum und schaue zum Fenster raus. Jetzt wackelt ein Spaziergänger vorbei: dicke Winterjacke, dicke Handschuhe und Zipfelmütze tief in´s Gesicht gezogen. Scheisse. Jetzt weis ich, wie wir uns das schöne Wetter erkauft haben. Hilft aber alles nichts, auf zum McDonalds. Edgar ist schon da und steht in der Schlange. Nachdem es kurz vor zehn war, haben wir über Helmuth diskutiert. Es war klar, er kommt nicht. Na klasse. Kurz vor der Abfahrt [1] klingelt mein Handtelefon. Helmuth steht unter der Brücke in Senden. Freu.
Los gehts. Ich fahre hinten dran und habe meinen Spass mit Helmuth, der Verrenkungen mit seinen Sattetaschen macht. Dann gings kurz vor knapp in einen Parkplatz rein. Hä, was war das? Ich hab doch gebremst? Na klasse, meine superteuren Bremsbeläge halten Andreas 3,2 kg Übergewicht nicht aus. Erst bremst´s heftiger als die Originalen, danach nimmt die Bremsleistung immer mehr ab. Macht ja nichts, wir wollen ja nur Pässe fahren. Später sind wir dann in Nesselwang im Schnee [2, 3, 4, 5, 6] auf dem Parkplatz. Erstes Treffen mit Robert im RL. Mir faulen die Finger ab. Zuerst halte ich mich etwas zurück, da mir eh klar ist, das alle umdrehen wollen. Dann kann ich ja zum Schluss noch eine Show abziehen und dann auch umdrehen. Pustekuchen. Robert und Andrea! sind voll motiviert. Nicht zur Strafe, aber zur Übung, nehme ich ihr dann die warmen Winterhandschuhe weg und geb ihr meine Sommerhandschuhe. Bei Helmuth bin ich mir nicht sicher, aber Edgar hat das Wetter definitiv nicht gefallen.
Das Wetter wird immer beschissener. Der Schnee fängt an teilweise auf der Strasse liegen zu bleiben. Mein Visir vereist und ich hab den Eiskratzer vergessen. Nach dem zweiten "Ich-will-umkehren-Halt", habe ich Edgar versucht zu erklären, dass das Wetter besser werden muss, da ja viele Motorradfahrer vor uns los gefahren sind, aber uns niemand entgegenkommt. Klingt doch logisch. Wir sind kaum 1000 Meter weitergefahren, da sind uns die Motorradfahrer pulkweise entgegengegommen. Na gut, Roberts "Nach dem Tunnel wird´s besser"-Aussagen waren gerade auch nicht der Hit. ;-)
Bei den Ösis lasert es ganz schön, aber wir fahren ja anständig. Irgendwann wird es dann richtig schön [7, 8, 9, 10, 11]. Raus aus der Regenkombi. - Was ist eine Regenkombi?
Edgar fährt vorraus (wie fast immer). Ich weis nicht so recht, wo wir sind (auch wie fast immer). Am Fuss des Mendelpasses gings dann richtig los. Edgar erhöht das Tempo. Wir haben es richtig krachen lassen. Dann waren zwei andere Treiber da. Die haben dann bei mir einen gewissen Instinkt ausgelöst, plattfahren. Edgar war aber vernünftig und hat sie vorbei gelassen, dann gings weiter, voll auf Risiko. Hat richtig Spass gemacht. Oben angekommen, musste ich mich erst mal von hinten anschreien lassen, hä, sass da was hinten drauf? Ach so, vergessen. [13, 14, 15, 16] Na gut, da muss Andrea halt durch. Ging jedem von uns schon mal so, dass man Todesangst bei einer Passfahrt hat.
Weiter nach Tret/Fondo. Edgar schwärmt uns von seiner Eisdiele vor. Die hat aber noch geschlossen. Also fahren wir noch ein paar Meter hoch. Auf 1350m quartieren wir uns im Albergo Scoittalo ein [17].
Da muss ich doch glatt Helmuth wegen seiner Kette anmachen. Furztrocken. Hat der Mann seine Kette nicht lieb [18]. Das Scoittalo stellt sich als richtig guter Tipp herraus. Nach dem neunten Liter Wein gehen wir dann morgens um vier in´s Bett.
Tag 2
Ich fühle mich irgendwie unwohl. Auf dem Tisch steht auch schon eine Flasche Wein, aber sie ist zu. Geschenk des Hauses (warum nur?). Robert geistert schon seit acht Uhr durchs Haus (wie macht der das blos?). Ich will eigentlich wieder in´s Bett, aber die anderen wollen fahren. Ich mache mir Sorgen, ob man wohl mit 2°/oo Restalkohol in Italien fahren darf. Die Strassen sind verdammt eng und der Tunnelblick schaut stur gerade aus. Jetzt kommen auch noch andere Verkehrsteilnehmer und ich bin völlig verwirrt, bzw. total überfordert mit mir und meiner Umwelt. Mittags wird es dann besser, hä, wir sind doch mittags erst losgefahren. Wir waren doch gar nicht so schnell, dass wir durch Geschwindigkeit die Zeit beeinflussten, egal. Ich bin dann auch mal schneller als 60 km/h gefahren. Noch eine Stunde später gings dann wieder, endlich. Die Gegend wird richtig schön [19, 20, 21, 22]. Vielleicht war sie das ja auch schon vorher.
Leider kommt irgendwann der Gardasee. Aber total beschissen. Wir haben auch nicht überholt, dass nennt man eher Carhopping. Meine Zündkerzen versemmeln und ich kann nur noch über 4000 U/min fahren, klasse. In Garda wollten wir noch kurz was Essen. Um 1458 erzählt uns der Trottel von Kellner, dass es nur bis um 1500 Essen gibt und verschwindet. Nach 15 Minuten versucht Helmuth den Kellner zu reanimieren. Wir wollten ja zumindest einen Kaffee. Als der faule Vollidiot die Karte bringt ist sie voll mit Essen, dass es auch nach 1500 gibt, echt klasse. Ich esse aus Trotz ein Eis. Entnervt gehts zur Autobahn. Zwischenstopp bei Ferrari [23]. Jetzt wird es Abend und es ist schon wieder arschkalt. Der Abend spielt sich sehr gedämpft ab.
Tag 3
Die Welt ist schon wieder viel besser. Beim Frühstücken sitzt neben uns eine kleine Schwuchtel, igitigit. Hat seine Duke mit dem Auto runter gefahren. Aber von der Gegend hat die Schwuchtel scheinbar Ahnung. Traumhaft schöne Strecke [24, 25]. Frisch getankt gehts auf die Autobahn. Am Treffpunkt angekommen, geht mir 20 Meter vor der Tankstelle der Sprit aus. Andrea schaut etwas verwirrt (ich, ehrlich gesagt, auch). ;-) Exakt berechnet. Nach 160 km wieder knapp über 22 Liter getankt. Als ich mein Mopped so anschaue, denke ich mir, was hängt denn da alles so weg? Meinen Schwingenschutz hat die viel zu lange Kette abgerissen. Ich entschliesse mich, sämmtliche Teile die irgendwo rumhängen, abzuschneiden. Blos, was mache ich mit der viel zu langen Kette? Nebenher denke ich mir auch noch, dass ich doch besser kein so ein grosses Maul mit Helmuth´s Kette hätte haben sollen. Ich war von da an auch ganz still. Zum Glück hat aber Robert passendes Werkzeug in seinem Apfelbutzen. Schön, wenn eine Honda Vertragswerkstatt mitfährt [26, 28]. Das mit der Kette hat mich sehr beunruhigt. Aber Robert hat dann beruhigend auf mich eingeredet, dass das mit der Kette nicht so schlimm ist und dass sie schon noch durchhalten würde, nur hoffentlich sägt sie nicht an der Schwinge.
Wir entschliessen uns, wieder im Scoiattolo zu übernachten. Die Strecke dort hin gehört auch zu den Schönen. Abends haben wir uns dann wieder mit dem guten Essen und dem guten Wein beschäftigt. Nebenher rasseln Horrormeldungen rein (draussen vor der Tür und auf Roberts Handy). Die Wirtin kommt auf uns zu und bietet uns ein Stellplatz am Haus an. Sie meinte das sei besser, nicht das morgen unsere Motorräder eingeschneit sind. Was läuft da nur gerade für ein Film ab?
Tag 4
Jetzt stehen zwei Weinflaschen auf dem Tisch, hä, wir haben doch gestern keine 18 Flaschen getrunken. Es liegt kein Schnee. Bis kurz vor dem Brenner hats auch noch richtig Spass gemacht. Irgendwo vor dem Brenner fahren wir in eine Einfahrt unter einer Brücke, Regenkombis anziehen. Ein Mann mit einem Maschinengewehr hatte da wenig Verständnis, also zehn Meter weiter. Ab jetzt ist es nicht mehr so richtig lustig [30, 31, 32]. Auf dem Fernpass war es fast wieder trocken, doch dann ...[33]. So ging es dann bis kurz vor Ausfahrt Biberach weiter, dann regen. In Ulm hat uns dann noch ein gewaltiger Hagelschauer erwischt.
Fazit
- Zum Glück sind wir gefahren
- Es hat einen sau Spass gemacht
- Ich hab eine richtig gute Sozia
- Andrea will jetzt einen Führerschein machen
Gruss Dieter
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