Too fast to die

Mai-Tour 2001 - 28.4.-1.5. 2001

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Von: Edgar
Datum: 3.5. 2001

Hi Leute,

hier der (hoffentlich nicht einzige) Bericht zur MFU-Mai-Tour.

Prolog

Freitag morgens in Rekordzeit Probefahrt, Kauf und Anmeldung hinter mich gebracht. Der Händler meines meisten Vertrauens gibt mir noch eine Kurzeinweisung in Sachen Kette: "Da müssen Sie eigentlich nichts machen!" - "Und schmieren und so?" - "Ach ja, da geb' ich Ihnen was mit".
Er gibt mir eine winzige Spray-Flasche mit Kettenöl, die ich sehr argwöhnisch betrachte: Nachdem was ich so gesehen habe langt das höchstens für 50km. Ich überlege, ob ich ihn nach der Dolomiten-5l-Flasche fragen soll - laß es aber dann doch sein. Ich frage ihn nur, ob die Reifen nicht etwas wenig Profil hätten. "Nönö, die halten noch ewig!". Glaub' ich ihm aber nicht. Deshalb mach ich gleich einen Inspektions-Termin mit Reifenwechsel (Z4) "frühstmöglich" aus.

Anschließend gleich Richtung Ludwigsfeld in Pias Laden - zu! Mittagspause. Schwein-Gerippe hat nur 'nen Tankrucksack, der mir einigermaßen vernünftig aussieht. Solche "Auf-den-Sozius-Sitz-festschnall-Taschen" sind ihm völlig unbekannt, Polo auch. Polo hat auch keine Latex-Handschuhe, die wiederum hat Luise - aber auch keine Mono-Satteltasche. Nun gut, muß halt alles in den Tankrucksack. Wieder zuhause angekommen, fällt mir mein Helm so bescheuert in den Kies, daß das Visier ein Haufen dicker Kratzer abbekommt. Wieder zu Polo (gottseidank wieder ein Grund zum Fahren!), neues Visier draufgemacht. So, jetzt den Tankrucksack gepackt und als der voll war, ging er nicht mehr zu. Alles unnötige 'raus. Immer noch nicht. Regenklamotten raus. Jetzt geht er zu. Wetteronline nochmal abgefragt. Ich steh' zweifelnd vor meinem Regenkombi und spekulier', ob's regnen wird. Ich kann mir keine völlige Trockenheit einreden und pack' so das ganze G'raffel in eine Plastiktüte und schnall' diese mit Spannern hinten drauf. Erste Zweifel kommen, ob ich nicht doch mit der Deauville auf Tour gehen sollte.
Fertig. Jetzt bin ich allerdings zu müde fürs Ambiente...

1. Tag

Samstag früh aufgestanden (nachdem ich die ganze Woche um 7 aufgestanden bin, klappt das noch nicht so richtig mit dem Ausschlafen). Wetteronline etc., Kaffee, anziehen. Und los geht's zur 1. Tour mit dem neuen Mopped. Nach jeder Beschleunigung Kontrollblick nach hinten ob die Tüte noch da ist. Weitere Zweifel kommen. Treffpunkt Imbiss, Rainer wartet schon - Rolf ist nicht zu sehen, ruft aber kurz darauf an, wo wir denn seien, er wartet beim McD. Wir also hin und erstmal gefrühstückt. Dann Dosenbahn Richtung Kempten, Rolf kommt nicht so richtig in Schwung und ist plötzlich ganz weg. Kommt dann nach geraumer Zeit wieder und fährt auf den näxten Rastplatz. Sein Mopped würde ab 150 so "schwänzeln". Jaja, immer diese Kardan-Treiber. Mehr Luftdruck, spekuliert, ignoriert. Weiter gings bis Parkplatz Nesselwang. Robert wartet auch schon, kurze Pause, weiter nach Reute und Fernpaß. Diesmal sind wir dann den Reschenpaß gefahren und die Temperaturen gingen dann merklich nach oben.
Durch den Vintschgau nach Meran war nicht so interessant. Aber dann zum Ende noch Gampenpaß hoch und oben nach Fondo ins Eichhörnchen. Auf der Terasse das Feierabendbier genossen wärend Rolf verzweifelt versucht, nach dem Drücken des Selbstauslösers seines Fotots denselbigen nicht umzuschmeißen beim Versuch auf seinen Platz zurückzuhechten. Dann mit Tankrucksack Zimmer bezogen. Praktischer ist das ja schon: anstatt 2 Taschen und 1 Topcase nur ein Tankrucksack. Schau'mer mal, was ich alles vergessen habe...
Abendessen wie immer sehr gut, Wein auch. Rainer entlockt der Wirtin den Slivovic für Stammgäste. Ich versuche verzweifelt mit Handy und Cassiopaia Verbindung zur Liste aufzubauen. Ich schaff' es auch, eine Mail mit Tracklog zu verschicken und stelle auch gleich fest, daß das wohl ein Fehler war: die muß ich dann wohl auch als nächstes empfangen was bei 100k nicht wirklich lustig ist. Aber nachdem ich sowieso keine Verbindung mehr bekomme ist das ganze hinfällig. Also, zuhause nochmal schlaumachen, wie ich aus I ins Netz komme! Lagebesprechung und Tour-Findung des nächsten Tages: - Rolf: "Ich will ins Appenin" - "Nein Rolf das ist vielzuweit! Und außerdem waren wir die letzte Tour schon dort" - Rainer: "Ich will ans Meer - oder Autobahn" - "Nein Rainer das ist viel- zuweit! Und außerdem sind wir letzte Tour dort auch nicht hingekommen" Wir beschließen also uns in den Dolomiten umzuschauen und wenn die Pässe noch zu sind in den Süden zu düsen.
So gegen 0 sind wir dann auch in die Heia gekommen - richtig frisch eigentlich.

2. Tag

Früh aufgestanden, gefrühstückt und losgefahren. Mendelpaß runter. Rainer ist noch etwas Wildplaumenwasser gehandicapt. Dann durch Bozen durch ins Eggental. Herrliche Landschaft, tolle Straße in einer Felsenschlucht. Ab jetzt wurde intensiv Berg-und-Tal-fahren geübt (Liste erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit): Karerpaß, Sellajoch, Nigerpaß, Karerpaß, Passo di Rolle, Passo di Cereda, Flla Aurine, Passo di S. Osvaldo. Kurzum ca. 1,3 Milliarden Höhenmeter auf teilweise sandiger und/oder nasser Straße. Nur Rainer wundert sich, warum wir, wenn er vorausfährt, nicht nachkommen ("Was seid ihr denn so langsam - da war doch nichts!" - "Doch: Split, Sand, Wasser" - "Ich hab' nix gesehen!"). In Cimolais Quartier bezogen zu Touristen-über-den-Tisch-zieh-Konditionen.
Beim Abendessen haben dann ungefähr die Gänge 5 bis 8 gefehlt ("Schade, das war doch nicht die Vorspeise!"). Irgendwelche Unglücklichen versuchen eine Semmel, die verführerisch in einem Körbchen auf dem Tisch stehen, zu essen. Macht einen höllischen Lärm und der Mund verliert erst Stunden später wieder seine Trockenheit.

3. Tag

Frühstück. Immer noch die gleichen Mehlbomben. Robert klaut den armen Kindern am Nebentisch die eingepackten Croissants. Beim Kaffee wird spekuliert, was passiert, wenn jemand eine Semmel in den Kaffee tunkt. Es gab 2 Theorien:
Entweder die Semmel zerfällt sofort in einen flüssigen Mehlschleim oder sie entwickelt eine derartige Saugkraft, daß sie die 0,5l Kaffeeflüssigkeit in 0,3 Sekunden komplett in sich aufgenommen hat. Wir haben den Versuch leider nicht durchgeführt. Nachdem es nix zu essen gab sind wir dann doch recht früh weitergefahren. Das Cellina-Tal, Restepaß, und dann in die Schneepampa. Mittagessen neben dem Skilift.
Susanne, Roberts Frau, hat angerufen und sich für den Abend im Eichhörnchen angemeldet. Also quer durch die Dolomiten von Ost nach West: Flla Cibiana, Passo Duran, Passo di Valles. Bis auf ein paar Tropfen die die Straße ausreichend näßten (nur Rainer sah wieder nix) blieben wir trocken. Kaltern, Mendelpaß. Hayabusa gejagt. Schee wars. Im Eichhörchen wartet bereits Susanne. Sie hat bereits nachmittags der Wirtin unser Eintreffen angekündigt worauf diese sofort in die Küche ging und mit unserem Abendessen begann. Rolf bestellt dann auch gleich beide Hauptgang-Varianten für uns und wundert sich dann, warum er später so gesättigt ist. Und Eis mit heißen Waldfrüchten gab's auch noch. Und Slivovic. Susanne erzählt von ihrem Fahrstil von wegen Beachtung der Schilder und Verkehrszeichen. Super, denke ich, zum Abschluß noch eine gemütliche Fahrt ohne Heizen. Wir beschließen, die Heimfahrt über das Penserjoch zu versuchen.

4. Tag

Gut gefrühstückt gehts den Mendelpaß wieder runter nach Bozen, Sarnetal. Ca. 30km vor Sterzing ist dann das Penserjoch gesperrt (6m Schnee sollen da oben noch liegen!), also wieder umdrehen nach Bozen, Brenner-Bundesstraße. Von wegen gemütliche Rückfahrt: Susanne heizt genauso mit! Mittagessen in A (man konnte direkt das Herzeblut von Rolf beim Zahlen sehen). GAP-Reute-A7. Verabschiedung. Heimfahrt.

Epilog

Wer denkt, wir würden nur wegen dem Essen und trinken nach Italien fahren, der irrt. Wer denkt, wir würden nur des Heizens wegen nach Italien fahren, der irrt. Die Mischung machts - und die ist genial. Ich freu mich schon wieder auf die nächste Tour!

Gruß Edgar

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