- 2010
- 2009
- 2008
- 2007
- 2006
- 2005
- 2004
- 2003
- 2002
- 2001
- 'Luscht'-Tour
- Also - gut! - B
- Also - gut!
- EV GSN 01
- EV Gambas
- EV Gambas-B
- EV TKT Fete
- Frontour - B
- Frontour
- Jahresrückblick
- Jungfernfahrt - B
- Jungfernfahrt
- KickOffTour
- KickOffTour-B
- KickOffTour-C
- Mai-Tour 01 - B
- Mai-Tour 01
- Neunertour
- Nikolausi
- Nikolausi-B
- Oktobär 01 - B
- Oktobär 01 - C
- Oktobär 01
- Ostern 01 - B
- Ostern 01 - C
- Ostern 01
- PKS I - B
- PKS I - C
- PKS I - D
- PKS I
- PKS II - B
- PKS II
- Pfingsttour - B
- Pfingsttour
- Presse 31.08.2001
- SAT/WT Lech/EH
- SAT/WT Lech/EH-B
- SAT/WT Lech/EH-C
- SAT/WT Lech/EH-D
- SAT/WT Lech/EH-E
- SHT I
- ST Baßgeige
- ST Bludenz
- ST Lechtal
- Tortellinitour
- Tortellinitour-B
- WT EH
- WT Frankreich
- WT Slowenien
- 2000
Sonntagstour Lechtal 24.6. 2001
- Berichte_Struktur:
Von: Sebastian
Datum: 25.6. 2001 01:16:00
Hallo Zielgruppe,
eigentlich wollte ich ja gar keinen Bericht schreiben, wo doch schon meine Existenz verleugnet wird, aber was tut man nicht alles für die Gemeindschaft. ;-)
Aber weil Dieter mich angemösert hat, daß sein Mailman bei meinem letzten Bericht erstmal die Arbeit verweigert hat, gibt's zur Strafe nur ein paar Zeilen.
Vorbereitung:
In Erinnerung an meine miserablen Fahrleistungen bei der letzten Ausfahrt und an das Ergebnis des Espressokonsums auf der Italientour gabs zum Frühstück einen großen Pott italienischen Kaffe. Noch 'ne Tüte Eistee, ein paar Schokoriegel und die dicken Handschuhe eingepackt, falls es in den Bergen etwas kühler werden sollte, und los.
Anfahrt:
Mit ein paar Minuten Verspätung bei McD aufgekreuzt, alle schon da. Hallo Uli, nett Dich kennenzulernen, und los. Unspektakuläre Fahrt über B30, Bad Wurzach, Leutkirch nach Isny. Bin nur erstaunt, daß ich so gut voran komme. Scheint tatsächlich am Kaffee zu liegen. Werd' also ab sofort vor jeder Tour einen trinken.
Treffen in Isny:
Die anderen Neulinge der Truppe kennengelernt, also Markus und ...?... - beide mit blitzsauberen ABS-gebremsten BMWs unterwegs. Er R1150R, sie F650GS. Und beide Maschinen nagelneu. Tempofrage: etwas unterhalb MFU-Standard, weil einmal 34PS (...?...) und einmal 125ccm (Sandra). Soll mir nur recht sein.
Ausfahrt:
Tempo fand ich anfangs zugegeben etwas langsam, lag auch an der inhomogenen und großen Gruppe. Das erledigte sich aber von selbst, als das Feld anfing, sich etwas zu ziehen. Dann wurde auch allmählich das Tempo gesteigert und wir erreichten Österreich. Die Kontrollen auf der alten Brennerstraße noch im Kopf, wollte ich die Sache erstmal etwas ruhiger angehen lassen, wurde aber flugs eines besseren belehrt. Also gut. Tempo weiter erhöht, Kurve nach Kurve. Hat richtig Spaß gemacht. In einer Kehre dann verbremst, und fast Sandra hinten drauf gehabt. Nicht gut. _Nicht gut_.
Gegen Mittag dann wird's interessant. Bei einer kurzen Pause schnappe ich auf, wie Rainer sich beschwert, daß einer der folgenden Tunnels mit getönter Brille und verspiegeltem Visier sehr schlecht zu fahren sei, da im Tunnel wohl eine recht scharfe Kurve kommt. Weiter gehts - in irgend so ein blödes Kaff: Motorradfest. Überall Moppeds, Feuerwehrautos und Menschen. Dieter steht an einer Kreuzung, um uns Nachfolgenden zu zeigen, wo's weitergeht. Prima - hinter einem Bus herfahrend, sieht man sowieso nicht viel und schon gar nicht einen ganz bestimmten Baum im Wald - überall rote, grüne, schwarze, bunte, verchromte Motorräder, und irgendwo dazwischen eine VFR... Also brav der Hauptstraße gefolgt. Hinab in's Lechtal: die Straße wird richtig geil: kaum Verkehr, guter Zustand. Tunnel. Dunkel, dunkler, KURVE!!!. Alles klar, hier bist Du richtig. Raus aus dem Tunnel und weiter. Wo bleibt denn der Rest? Was solls, wird schon kommen... Die Straße wird *richtig* breit. Klar, das ist das richtige Jagtrevier für Wanderfalken und ähnliches Getier. Das *muß* einfach richtig sein. Mit Karacho die Abfahrt runter. Wieder in zivilisierterem Gebiet die Gasthöfe genauer kontrolliert. Irgendwer hat irgendwas von Terrasse gesagt. Nix...
Eine Tankstelle: Sandra muß noch tanken, hat sie gesagt. Also rangefahren und fünf Minuten gewartet. Kommt aber keiner. Bist Du vielleicht doch irgendwo falsch abgebogen? Also Rückzug. Erneut jeden Gasthof genauer untersucht, nix. Die "Rennstrecke" wieder rauf, durch den Tunnel, rein in das blöde Motorradfest-Kaff. Also gut - mal ne SMS schreiben. Handy raus - "Sie haben Post...". Susanne schreibt: Wir sind in Lech. Straßenschilder gesucht, aha, da hätteste geradeaus fahren müssen, und nicht links entlang der Vorfahrtstraße. Egal. SMS beantwortet und auf geht's.
In Lech:
Irgendwann sehe ich links auf einem Platz vor der Seilbahn die Moppeds stehen, fein säuberlich in einer Reihe. Also gut. Parkiert (ja, so heißt das da in der Gegend) und Ausschau gehalten. Sind die jetzt etwa zum Essen mit der Seilbahn den Berg rauf??? Neee - Susanne ruft: hier sind wir! Hochgeschaut, Terrasse über mir - von da winkt's runter. Aber wie komme ich da rauf??? Kurze Phase der Orientierungslosigkeit, bis ich gesagt bekomme: rechts vom Haus ist 'ne Treppe. Alles klar. Oben angekommen stell ich fest, daß alle mit Essen fertig sind :-/.
Sollste Dir jetzt auch noch was bestellen, und die anderen noch ne halbe Stunde aufhalten? Nix da, wer zu blöd ist, der ist selbst schon bestraft genug, der braucht nicht noch andere zu bestrafen. Also gibt's nichts zu Essen. Was solls, zur Not vergreifst Du Dich nachher an den restlichen Twix-Riegeln im Topcase. Also weiter...
Weiterfahrt:
Markus schwärmt von seinem ABS, und tatsächlich, er kann's brauchen. So wie der die Kurven räubert, ist das bestimmt nicht schlecht. Seine Freundin (oder ist das seine Tochter, vom Aussehen(=Alter) her könnte es stimmen, aber nein, die beiden haben sich doch vorhin geküßt !?!) ist da noch etwas ruhiger. Berg rauf, Berg runter. Links ab in eine Seitenstraße. Berg wird immer steiler. Straße immer schmaler. Kurve. Rechts geht die Straße weiter, aber dieser Masochist auf der BMW (Markus) deutet nach links: grobe Schotterpiste, die scheinen die Straße gerade komplett zu erneuern. Na denn. Mutig (höhö) wie ich nunmal manchmal bin, als erster los: Holter, Polter, Gabel kracht, Hinterrad und Vorderrad können sich nicht immer auf dieselbe Richtung einigen, aber es geht.
Was ich nicht sehe: ich spiele Wasserstreuer, um den aufwirbelnden Staub etwas zu mildern (behauptet zumindest Susanne im Nachhinein).
Die Straße wird wieder besser, da deutet Markus schon wieder Richtung Kiesweg. Aber nein, das soll nur die Location für die nächste Pause werden. Also gut. Absteigen. Was trinken, wär nicht schlecht. Wieso ist mein Topcase denn so verschmiert und klebt? SCHEI**E ! In meinem Topcase veranstalten Schokoriegel, Nasenspray und Taschentücher einen Wettbewerb im Schwimmen, Tauchen und Sich-Vollsaugen in einer etwa drei Zentimeter tiefen Lache aus Eistee :-( Da wird mir eines klar: die Handschuhe, um die herum diverse Wettschwimmer und -taucher dümpeln, sind zwar von außen wasserdicht, aber nicht von innen... Na prima. Das auch noch. Voller Frust reiße ich einen Twix auf, wenigstens die Schokolade hast Du noch... brrrrr, der ist ja in Eistee eingelegt :-(
Was tun? Der Magen knurrt, Du hast nix mehr zu Essen oder zu Trinken. Du mußt auf andere Gedanken kommen. Ich hab's: Sandra ärgern! Die liegt da so gemütlich - die freut sich bestimmt, wenn ich jetzt... Hihi, und wie die sich freut... ;-P
Nächste Etappe:
Markus kämpft sich an die Spitze zu Robert und Dieter vor und wardt die nächste Zeit nicht mehr gesehen. Ich fahre, immer noch hungrig, mehr oder weniger passabel mit. Aber so ganz 100%ig bin ich nicht bei der Sache, hab ich doch etwas gesehen, was mich ein bischen eifersüchtig macht... Aber ich bin hier, um Mopped zu fahren, nicht um zu grübeln, also wieder auf die Straße konzentriert. Ist auch nötig, denn da vorne sind Kühe auf der Straße. Auf den Wiesen links und rechts ist das ja (im Allgäu anscheinend auch ohne Zaun) normal, aber mitten auf der Straße? Und die eine Kuh da mampf genüßlich Nachbars liebevoll eingetopfte Geranien. :-)
Zurück in Deutschland:
Kurzer Halt, Markus und ...?... verabschieden sich. Barbara heist sie. Aha, okay, trotzdem Tschau. Und nun? Wir fahrn noch was trinken. Kurzer Harlacher-interner Zwist über die Route, Ergebnis: Sandra kommt nicht mit, weil wir Autobahn fahren. Ich find's schade, dem Rest ist's mehr oder weniger egal, die trockenen Kehlen wollen befeuchtet werden. Auf zum K-1. Das letzte Stück macht nochmal Spaß, Single-Track und so gut wie kein Gegenverkehr. Zwei Spezi gezischt, Sandra braust auch irgendwann vorbei (Harlacher's Home ist nur 800m von der Lokalität entfernt). Dann Aufbruch.
Rückfahrt:
Einen kurzen Tankstopp von Dieter und Rainer nutze ich dazu, etwas Vorsprung aufzubauen, der dann tatsächlich das ganze Landstraßenstück bis zur B30 hält. Letzter Stop auf dem Parkplatz hinter der gesperrten Brücke, wo die B30 dann vierspurig wird. Ich warte auf den Rest, schicke Edgar noch ne SMS, da kommen sie auch schon. Dieter und Edgar flüchten erst mal in's Gebüsch, das richtige Leistungsgewicht am Motorrad wieder herstellen. Klar: ist der Tank voll, muß woanders flüssiges Gewicht eingespart werden. Abschiedszigarettchen der Raucherfraktion, da hab ich auf einmal eine Vision: ein Geländewagen mit Raketenantrieb. Oder ist es vielleicht doch keine Vision? Was ich gesehen habe: irgendein großes Auto mit noch größeren Reifen zischt auf der linken Spur an uns vorbei, mit einer bestimmt ein Meter langen Flamme, die aus dem Auspuff fackelt. Bis ich die anderen davon überzeugt habe, ist nur noch eine leichte, blauschwarze Wolke zu sehen. Egal, letztes Auf Wiedersehen und bis bald.
Getrennte Weiterfahrt. Ein paar Kilometer hinter dem Parkplatz sehe ich dann eine schwarze Rauchsäule aus dem Wald rechts der Autobahn aufsteigen. Ob das meine Vision ist (bzw. war)? Und tatsächlich, ein paar Kurven später wird das ganze Ausmaß des Desasters sichtbar: hinter einer Ausfahrt, mitten in einem Feld, steht ein Jeep lichterloh in Flammen. Die Polizei ist auch schon da. Nochmal kurz Uli überholen, und ab nach Hause.
Fazit:
Tageskilometer, Statistiken und genaue Route folgen sicherlich wieder von Dieter, in sofern bleibt mir nur noch: es hat wie immer Spaß gemacht, und so langsam bekomme ich auch das Gefühl, der Gruppe nicht mehr allzustark aufzuhalten. Die Waschmaschine ist auch fertig, jetzt duften meine Handschuhe wenigstens nicht mehr nach Eistee Typ Zitrone.
In diesem Sinne: gute Nacht zusammen.
Sebastian
Tourdaten von Dieter:
Strecke: 551,3 km
Standzeiten: 02:04:29 h (ohne K)
Fahrzeiten: 06:46:19 h
Gesamtzeit: 09:34:48 h
Durchschn. Fahrt : 81,4 km/h
Durchschn. ges.: 57,5 km/h
- 2766 Aufrufe
