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Oktobär-Tour 01 - 29.9.-7.10. 2001
- Berichte_Struktur:
Von: Edgar
Datum: 8.10. 2001 11:04:02
Oder: Hab' ich schon erzählt, daß der Herr Honda hervorragende Motorräder baut?
3.10.
Übrig sind noch: Robert, Susi, Matte, Micha und ich. Nachdem ich der einzige bin, der den Einheimischen wenigstens ein bißchen unseren Willen klarmachen kann, muß ich ab sofort die Kommunikation übernehmen. Die Abrechnung des Vortags dauert ca. 30 Minuten und so gegen 0930 kommen wir los. Wir fahren so durch die Gegend (an die genaue Strecke kann ich mich nicht erinnern; außerdem resette ich gerade meinen Cassiopeia um an die Tracklogs zu kommen...). In Megève wollen wir uns mit den Apfelbutzen treffen, die von Rheinfelden über Martigny, Col de Forclaz nach Süden unterwegs sind. (Minus 1 Ausfall: TomLip verläßt schon beim Aufwärmen am Dienstag die Straße und beendet so relativ unverletzt seine Tour vorzeitig). Wir warten also in Megève, und irgendwann erfahren wir, daß die anderen weiter gefahren sind nach La Saisse. Wir also hinterher. Dann große Ausfahrt nach Bourg St. Maurice. Vor mir fährt ein roter Apfelbutzen mit rotem Topcase und roten Koffern ("Köfferle"). Am Anfang denk' ich noch: "Der fährt ja ganz schön forsch!". Mit der Zeit aber wird es offensichtlich, daß er vom Fahren in den Bergen keine Ahnung hat und in jeder Kurve nur knapp dem Tod entrinnt. Da mir das ganze zu gefährlich wird setz' ich mich nach vorne ab. inzwischen ist es so ca. 1800 und in BStM wird eine halbe Stounde diskutiert, ob wir jetzt noch nach Briancon weiterfahren wollen. In Anbetracht des Marschtempos wird dann doch entschieden, in BStM zu übernachten. (Ein Apfelbutzentreiber legt seine Maschine beim Rangieren auf dem Hotelparkplatz ab)
4.10.
Allgemeine Abfahrt 0900. Micha und ich entziehen uns der Hektik und starten erst um 0945. Val d'Isere, Col d'Iseran, Lanslebourg Treffpunkt. Wo denn die 2 anderen seien, wurden wir gefragt. Die (Martin und Heinz) sind links über den MtCenis abgebogen (Trotz übersichtlichem Roadbook...). Weiter dann über den Galibier (der doch offen hat, inoffiziell zumindest: mit 100m Schotter dazwischen) nach Briancon, Treffpunkt McD. Hier trudeln dann so nach und nach die anderen ein: Martin und Heinz haben den Rest in B gesucht, waren dann völlig genervt und wollten im McD nur was essen... Und so ca. 10 andere haben sich vom Gesperrtschild am Galibier beeindrucken lassen, sind wieder zurück nach Modane und durch den Tunnel Frejus nach B. Naja. Inzwischen haben sich Grüppchen zusammengefunden und so ging's dann weiter mit Robert, Susanne, Micha, Dirk+Moni und mir über den Col d'Izoar. Dort dann über den Col d'Agnell nach Italien zum Cappu schlürfen. In Anbetracht der vorgerückten Stunde ging's dann im Turbo-Italien-Mode über Cuneo, Col d'Larche nach Barcelonette. Auf dem Weg dorthin verliert Robert seinen 4. Gang. Dirk fährt total langsam den Col runter, im Tal in die (geschlossene) Tankstelle (an der offenen fährt er vorbei!). In B erfahren wir dann, daß Werner und Sabine ihre Moppeds am Col de Vars abgelegt hatten, gebrochene Rippen, Wade verletzt.
5.10.
Col de là Bonette, und runter get's auf der Nebenstrecke die dank Roberts Garmin gefunden wurde. Micha legt seine Bandit im Schalmm ab ("Ich hann scho gmerkt wie mein Hinnerrad in die Kuhle 'neigschosse is!"), Col de St. Martin, Col de Turini. Hier machen sich bei uns die ersten Verschleißerscheinungen bemerkbar: Robert hat keinen Reifen mehr und will ihn schonen, Susi auch, Matte auch, und bei mir macht sich so eine Paßsattheit breit. Langsam nach Menton zur Suzuki-Werkstatt. Reifen fassen. Bibo hat seinen Apfelbutzen an der Felswand entlang geschrappt und muß seinen LiMa-Deckel abdichten lassen. Dirk+Moni fahren nach Vorderreifenwechsel weiter nach Castellane, wo die Hauptgruppe übernachtet. Wir beschließen die Nacht in Menton zu verbringen. Bibo muß am Abend erstmal seinen Schreck ersäufen und wir helfen ihm dabei. Das geht so bis 0300 mit Um-die-Tische-jagen, Handyverstellen. Robert ruft alle Nummern mit weiblichem Vornamen aus Michas Telefonverzeichnis an.
6.10.
Mir ist schlecht. Als ich die Rechnung verlange macht sich große Heiterkeit bei den Wirtsleuten breit. Als ich frage, wieviele Biere es denn waren, kommt schallendes Gelächter. 64! A 0,5l, à 10DM! EC-Karten werden gezückt! Zuerst zum Suzuki-Händler. Robert hat sich doch einen neuen Reifen drauf machen lassen, Susi hat auch einen bekommen, und Bremsbeläge für beide. Susis Blinkanlage wird auch repariert. Monaco, Robert-Paß mit genialer Gegend, kommt aber nicht so gut an: Bibo+Olga müssen sich verabschieden und machen ertsmal lange Pause. Wir weiter. Bei mir geht's langsam wieder. Susi klemmt sich hinter mich und läßt diesmal weniger Abstand - und schon geht's viel zügiger bei ihr. Sie fährt sogar ungebremst in relativ enge, übersichtliche Kurven. Von wegen "Ich bin so langsam!". Köfferle hat sich uns auch angeschlossen, die Fahrweise ist immer noch dieselbe. Wir machen ihn darauf aufmerksam und reden ihm zu, er ignoriert es aber. Irgendwann schrappt er dann mit seinem Gefährt an einem Brückenpfeiler an. Nächster Halt Jausiers. Der Abend wird extrem piano beendet. Dirk hatte einen Kupplungsschaden (Ein Fall für den ADAC) und fuhr mit Moni per Zug heim.
7.10.
Heimfahrt. Es regnet. Also schnellstmöglicher Weg: Col de Larche, Cuneo, Dosenbahn Turin, Mailand, Lugano, San Bernadino, Chur, Lindau. Verabschiedung. Um 2200 war ich dann in Ehingen.
Fazit:
1) Ca. 3700km, geniale Tour!
2) Der Zeitpunkt war zwar vom monetären Standpunkt aus betrachtet gut gewählt, was das Wetter betrifft sollte man allerdings so 3 Wochen vorher fahren. Es gab immer wieder nasse Stellen im Schatten oder in tiefen Tälern. Auch die Straßenbauarbeiten waren in vollem Gange.
3) Ich hab' noch nie eine Tour mit so vielen Ausfällen erlebt! OK, es waren immerhin ca. 25 Moppeds - aber das war schon extrem. Aber ich vermute, daß alle 25 Schutzengel bei Köfferle waren.
4) Hab' ich schon erzählt, daß Herr Honda hervorragende Moppeds baut?
Gruß Edgar
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