Too fast to die

Oktobär-Tour 01 - 29.9.-7.10. 2001

  • Berichte_Struktur:

Von: Andrea
Datum: 8.10. 2001 13:20:20

Meine Eindrücke, aus der Sicht einer Fahranfängerin, die heute nach 3017 km noch kaum richtig sitzen kann:

Samstag:
A7, Oberjoch, Hanhntennjoch, Piller Höhe, Stilfser Joch (im Gegensatz zu Thomas war ich ganz schön stolz, dass ich bei Regen hier ohne Sturz hochgekommen bin), auf der Fahrt nach Livigno hätte ich heulen können, denn der Nebel brachte mich fast um den Verstand!

Sonntag:
Nach ein wenig Erholung ging es für meine Verhältnisse viel zu früh los.
Auch noch Regen :-(
Mein schlimmster Tag der ganzen Woche:
In Locarno krieg ich die Krise: auf der Suche nach dem Weg nach Domodossala stehe ich plötzlich mutterseelen allein da. Juchu, Micha hat mich aufgegabelt und so wieder zur Gruppe geführt. Gegen 18:00 kann ich einfach nicht mehr...aber da die anderen vorausgefahren sind, um Helmuth in Brig zu treffen, wo wir dann auch übernachteten, blieb mir nichts anderes übrig, als dieses Stück irgendwie zu schaffen und zwar lebend und nicht an irgendeiner Felsmauer o.ä. klebend. Ich will mich gar nicht erinnern, wie ich diese Strecke zurückgelegt habe, aber wahrscheinlich hätte man nebenher joggen können... Abends in der Pizzeria in Brig musste ich mich dann ganz früh verabschieden.

Montag:
Gegen 9:00 saß ich beim Frühstück und die anderen, außer Dieter und Micha warteten schon abfahrbereit vor dem Hotel. Ich bin total übellaunig und wusste gar nicht, daß ein Mensch soviele Körperteile hat, die schmerzen können. Habe mich eigenartiger Weise doch noch erholt und der Tag hat riesig Spaß gemacht: Col du Grand Saint Bernard / Aostatal / Col du Petit Saint Bernard / Col de Iseran Als wir in Lanslebourg ankamen war ich glücklich und zufrieden. Der abend wurde feucht-fröhlich (wie kann kam nur soviel Bier trinken...)

Dienstag:
8:00 träum ich, oder wach ich? Ist das rasselnde Geräusch tatsächlich eine Kette die geschmiert wird? Kann das einer von uns sein? Nach sooo einem Abend kann doch unmöglich schon einer um 8:00 fit sein?! Edgar, Rainer, Robert und Susanne, Micha und Matthias anscheinend schon. Alle recht ungeduldig, fuhren schon so gegen 9:30 ohne uns los. Ist das Urlaub? Für mich leider nur Turbo-Streß! So entschlossen Dieter und ich bis St. Michelle mit Thomas, Sebastian und Helmuth zu fahren. Ach ja, so gegen 10:30 kamen wir los. In St. Michelle schlurften wir noch gemeinsam einen Cafe au Lait dann trennten wir uns. Sebastian, Thomas und Helmuth gegen Norden, Dieter und ich gegen Süden. Auf der Suche nach nicht gesperrten Pässen kamen wir dann über Col du Glandon / Maupass / Col du Lautaret / Col d´Izoard in Guillestre an. Geniale Strecke, Sonne pur, und als Abschluß ein hervorragendes 4-Gänge Menue.

Mittwoch:
Nach ausgiebigem Ausschlafen (wir haben ja Urlaub!) geht es gegen 10:30 weiter über Col de Vars / Col de la Cayolle / Col de Toutes Aures / Col de Chateauneuf / Col de Olivier / Grand Canyon du Verdon / nach La Mure. Auf dieser Strecke stießen wir auf ein Pärchen aus Uelzen mit BMW´s. Juhuu, habe meine erste BMW überholt! Der Grand Canyon du Verdon war absolut beeindruckend, obwohl ich mit den engen Straßen so meine Schwierigkeiten hatte. Dieter machte in La Mure dann erst mal ein Foto vom Hotel von außen, für eventuelle Schadensersatzanrpüche. Was sich aber Gott sei Dank als überflüssig zeigte, denn hier durften wir das nächste, geniale 4-Gänge-Menue genießen.

Donnerstag:
Heute sind wir etwas früher los und entschlossen uns für Richtung Norden: Col de St. Michel / Col de Allos / Lac de Serre-Poncon / Col de Laures / Col de Montgenevre / Bussoleno Tal , in dieser Gegend erweist sich die Hotelsuche als etwas schwieriger und Dieter hatte in Avigliana tatsächlich Angst, dass am nächstem Morgen die Motorräder weg seien.

Freitag:
Juhu, wider Erwarten sind beide Moppeds noch da. Ab auf die Autobahn, dass wir ein Stück vorwärts kommen. Grässlich viel Verkehr um Turin rum und zu allem Überfluss auch noch etwa 1 Stunde Regen. Wir beschlossen bei Mama Eichhörnchen einen Abstecher zu machen. Über Lago di Lugano / Lago di Como / Passo dell Aprica / Passo del Tonale kamen wir dann gegen 20:00 im Eichhörnchen an.

Samstag:
Ausschlafen - Aufwachen - Strahlend blauer Himmel!
O.K. Wir verlängern und machen uns einen schönen Tag in Südtirol. Gegen 11:00 geht es los: Mendelpass / Ritten / Sarntal / Penser Joch / Jaufenpass / Gampenjoch. Für alle anderen bestimmt nichts Besonderes, aber für mich war es der krönende Abschluss unseres Urlaubes!

Sonntag:
Heimfahrt, nichts Besonderes: Mendelpass / Brennerpass / Fernpass / Ulm

Fazit:
Hat mächtig viel Spaß gemacht. Hoffentlich kommt das Frühjahr schnell, dass ich wieder nach Frankreich kann.... Ob ich vom fahrerischen was dazu gelernt habe, konnte ich bis jetzt noch nicht feststellen, aber die Hoffnung ist da. Wie sagt Edgar immer: die Kilometer machen´s! Auf jeden Fall bin ich schon ein bisschen Stolz mit 2-monatigem Führerschein bereits ca. 5500 km hinter mir zu haben. Und das ganz ohne Sturz.
Noch was: Motorradfahren in allen Ehren, aber ein bisschen Urlaubsgefühl brauche ich trotzdem (Ausschlafen!). Streß haben wir doch sonst zu Genüge.

Aber vielleicht sehe ich das Ganze mit etwas mehr Fahrpraxis auch anders.

Grüße

Andrea

PS: Das nächste mal sollten wir das vielleicht etwas anders planen. Wenn man mich schon überzeugt mitzufahren, sollte man auch etwas darauf achten. Es macht bestimmt zwei, drei Tage Spass, sich Sprüche wie 'Die Pause war lange genug, jetzt können wir ja weiterfahren', etc. anzuhören, wenn ich gerade am Treffpunkt als Rücklicht ankomme. Spätestens am vierten Tag nervts. Sehr schön fand ich es aber, dass am Anfang des Tages Edgar, Thomas und Helmuth auf mich Rücksicht genommen haben und Dieter auch mal zufahren konnte. Gegen Abend Stand dann allerdings Dieter mit mir alleine da und Dieter konnte schaun, wie er mich ins Hotel bekommt. Klar sind die langen Pausen für die Schnelleren sehr nervig. Aber mit dem Unterschied, dass die nervenden Pausen trotz allem der Erholung dienen, und ich fix und fertig das letzte Stück mehr schlecht als recht zurücklegen kann. Thomas verglich das schön mit dem Skifahren. Und passieren nicht beim Skifahren gerade am Abend die meisten Unfälle? Nur so am Rande erwähnt.

Navigation

Neue Mitglieder

  • clitusbyron24
  • cluplefiafe
  • ThagoTicpoogs
  • gaterfoko
  • dslava